(Enø) – Die Bäckerei auf der kleinen Insel Enø am Rande des Smålandsfarvandet (Smålandsfahrwasser) muss einen Monat lang schließen – die Reparatur der Brücke ist ein Problem für die Inselgemeinde in der Karrebæksminder Bucht mit 410 Einwohnern.

Wenn die Grøshoppebro (Grashüpferbrücke) nach Enø nächstes Jahr saniert wird, wird die Bäckerei auf der kleinen Insel hart getroffen. Die Saison wird noch nicht vorbei sein, wenn die Kommune Naestved im nächsten Jahr mit der Renovierung der Grøshoppebro zwischen Sjælland (Seeland) und Enø beginnt.

Daher kommen vier Wochen ohne Straßenbrücke auf die Insel zu, die die Gewerbetreibenden auf der beliebten Touristeninsel teuer zu stehen kommen. „Wir werden das Geschäft während der Arbeitszeit schließen – und das heißt, wir werden 15 Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken“, sagt Klaus Nielsen, der die Bäckerei auf Enø betreibt.

Die Art und Weise, wie die Kommune Næstved die Arbeiten rund um die Brücke geplant hat, tut ihm sehr leid. Die Arbeiten werden zwischen dem 7. September und dem 4. Oktober nächsten Jahres erfolgen. Während der Renovierungsphase besteht die einzige Möglichkeit darin, zu Fuß über einen schmalen Fußübergang von und zur Insel zu gelangen. Pläne zur Errichtung einer provisorischen Brücke auf für Kradtfahrzeuge wurden verworfen, da dieses nach Angaben der Kommune Næstved zu teuer wäre.

Aber selbst wenn die Bauarbeiten die Zeiten während der Sommerferien und Herbstferien der Schulen meiden, wird dieses den Umsatz in den lokalen Unternehmen stark beeinträchtigen. „Die Saison endet bei uns nicht im September. Im Gegenteil. In unserem Geschäft haben wir im September einen signifikanten Umsatz, unter anderem aus dem Verkauf von Speiseeis. Aber unser Eis und Brot werden aus Rohstoffen hergestellt, die wir ohne eine Straßenbrücke zur Insel nicht herstellen können, wenn wir die Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit einhalten wollen. Deshalb haben wir keine Möglichkeit, geöffnet zu bleiben, solange die Brücke gesperrt ist“, sagt der Bäcker.

Für einen Monat im nächsten Jahr wird die Klappbrücke für Autos und andere Fahrzeuge komplett geschlossen sein. Es wird nur ein Gehweg geöffnet bleiben, damit die Bürger von Enø hin und her gelangen können.

Die Pläne zur Renovierung der 83 Jahre alten Grøshoppebro bestehen schon seit langer Zeit. Die Kommune Næstved hat auch mit Klaus Nielsen und den anderen Gewerbetreibenden auf Enø über mögliche Zeiten gesprochen, zu denen die Brücke geschlossen werden könnte. Er hat jedoch nicht das Gefühl, dass die Kommune der örtlichen Geschäftswelt jemals wirklich zugehört hat, als sie die Pläne machte. Die Einheimischen hatten auf Februar, März oder November als optimalen Zeitpunkt für die Schließung hingewiesen.

„Die Kommune befürchtet, dass das Winterwetter die Arbeit beeinträchtigen wird, aber für uns auf Enø scheint es ziemlich klar, dass das Projekt von Leuten vermasselt wurde, die nicht auf der Insel leben. Wir Händler und Ferienhausbesitzer verlieren einen Monat in der Saison, und das ist für die Einnahmen im Laufe des Jahres ziemlich ernst. Sie hätten sich wahrscheinlich nicht dafür entschieden, wenn die Mehrwertsteuer an die Kommune Næstved und nicht an den Staat in København gezahlt wird. Das ist eine Menge Geld, das wir verlieren, nur weil die Kommune Angst vor dem Winter hat“, sagt Klaus Nielsen.

Die Grøshoppebro ist seit langem in einem schlechten Zustand, und der Enø Bäcker stimmt damit vollkommen überein, dass die Brücke geschlossen werden muss, um renoviert zu werden. Aber neben der Zeit, in der die Brücke renoviert werden muss, tut ihm auch die lange Bauzeit weh. Er glaubt, dass die Arbeit viel schneller erledigt werden könnte, wenn mehr Stunden auf der Baustelle gearbeitet würden als nur zwischen 07:00 und 16:00 Uhr an Wochentagen, sagt er.

„Während der Saison arbeiten wir auch nicht nur acht Stunden am Tag in unseren Unternehmen. Wenn das gleiche Prinzip für die Brückensanierung und die Verlängerung des Arbeitstages angewendet würde, könnten die Arbeiten auch schneller abgeschlossen werden, und die Belastung für uns Geschäftsleute und die Bürger von Enø wäre geringer“, sagt er. Er hofft, dass die Einheimischen noch einen Weg finden, die Pläne der Kommune zu ändern.

„ Ich muss meine Arbeit gut machen, und es geht mir nicht darum, dass ich schließen muss, das ist nicht das Problem – es ist die Zeit. Es ist eine jener Zeiten, in denen es hier viele Touristen und viel Umsatz im Geschäft gibt. Es kann eleganter gelöst werden“, sagt er.

von

Günter Schwarz – 05.10.2019