(Niebüll) – Dänemark schränkt den Bahnausbau im Grenzland ein. Es geht um die Strecke zwischen dem nordfriesischen Niebüll und der Hafenstadt Esbjerg in Dänemark. Die Norddeutsche Eisenbahngesellschaft (NEG) mit Sitz in Niebüll möchte diese Strecke bereits seit Jahren modernisieren lassen, damit die Züge auf der Strecke schneller fahren können. Dänemark stellt sich aber plötzlich quer gegen die Streckenerneuerung.

Die Gleise haben dringend eine „Frischekur“ nötig, und auch das Signalsystem ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand. „Eigentlich sei mit der ehemaligen dänischen Regierung der Ausbau der sanierungsbedürftigen Strecke schon ausgemacht gewesen“, sagte NEG-Geschäftsführer Ingo Dewald. Nach dem Regierungswechsel in Dänemark im Juni will das Verkehrsministerium in København jetzt laut einem Sprecher aber nicht mehr in die Schienen investieren. Frühestens in sieben Jahren könne man sich um den Abschnitt kümmern.

Bahnstrecke Niebüll – Esbjerg

Immerhin 13 Kilometer Gleis im Süden der Strecke zwischen Niebüll und dem dänischen Tønder will das schleswig-holsteinische Transportunternehmen jetzt mit finanzieller Hilfe aus Kiel sanieren lassen. Sowohl die NEG als auch das Wirtschaftsministerium hoffen damit, ein Zeichen gegenüber Dänemark setzen zu können. Der Ausbau der 13 Kilometer Eisenbahnstrecke kostet voraussichtlich knapp 11 Millionen Euro, wovon das Land 9,3 Millionen Euro übernehmen will.

Damit gibt es erneut Negativschlagzeilen, mit denen die Bahn auf sich aufmerksam macht. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz hatte erst Anfang der Woche noch die schlechten Verhältnisse der Bahnverbindungen im Land bemängelt: „Wir sind Entwicklungsland – und zwar deshalb, weil wir vernachlässigt worden sind, was die Deutsche Bahn angeht.“

Die Landesverkehrsminister hatten gerade erst mehr Bundesmittel für den Ausbau der Bahn-Infrastruktur und die Stärkung des Schienenverkehrs gefordert. Auf ihrer Herbstkonferenz am 9. und 10. Oktober in Frankfurt am Main beschlossen sie einen Antrag, der eine Erhöhung der Pro-Kopf-Investition auf mittelfristig 150 Euro pro Jahr vorsieht. Nach der Konferenz zeigte Buchholz sich optimistisch: „Es sieht danach aus, dass tatsächlich so etwas wie eine Qualitäts- und Investitionsoffensive bei der Deutschen Bahn auf den Weg gebracht werden kann.“

Und jetzt kommt die Blockade von Seiten Dänemarks!

von

Günter Schwarz – 11.10.2019