(Gelting) – Was in Süddeutschland oder Schottland völlig gewöhnlich ist, kommt in Schleswig-Holstein noch eher selten vor. Dabei fressen Wiederkäuer wie Ziegen sogar Büsche sowie holzige und dornige Pflanzen, die andere Tiere stehen lassen würden.

Deswegen hat die Stiftung Naturschutz !00 Ziegen als Landschaftspfleger auf den Binnendünen Nordoe bei Itzehoe (Kreis Steinburg) zunächst quasi erprobt – und bringt sie nun auch in der Geltinger Birk zum Einsatz – dem Naturschutzgebiet am Ausgang der Flensburger Förde an der Ostsee.

Die Huftiere – auch einige Schafe sind in den Herden – sollen vor allem gegen die Kartoffelrose vorgehen, auch Kamtschatka-Rose genannt. Diese Pflanze ist hartnäckig, denn sie überwuchert alles, auch schützenswerte Landschaften wie die Heide in der Geltinger Birk.

Die Rose einfach abzuholzen sei keine gute Idee, weiß Nils Kobarg vom Verein Integrierte Station Geltinger Birk. Er koordiniert die Beweidung im Naturschutzgebiet. „Wenn man sie jetzt absägen würde, würde die Rose ganz viele Nottriebe hochschieben. Wenn die Pflanze langsam stirbt, dann bildet sie nicht so viele Nottriebe. Das heißt, die Bestände werden lichter“, erläutert Kobarg. So komme mehr Licht an den Erdboden, und auch andere Pflanzen können wachsen.

Eine weitere Pflanze, die die Ziegen abnagen sollen, ist die Birke. „Es sind so viele Birken da, dass sie das ganze Wasser aus dem Gebiet rausziehen“, erzählt Kobarg. Die Ziegen sollen die Dynamik durchbrechen, damit sich das Wasser halten kann und es feuchter bleibt.

100 Ziegen sind derzeit in der Geltinger Birk insgesamt im Einsatz. Sie beweiden rund 40 Hektar. „Die Ziegen kommen in die Ecken, wo wir nicht mehr fahren können und sind deshalb eine große Hilfe für uns“, betont Kobarg.

Im November kommen sie in den Stall und machen Winterpause, aber im kommenden Frühjahr sollen sie wieder loslegen und ihre Arbeit fortsetzen.

von

Günter Schwarz – 11.10.2019