(Vejle) – Letzte Woche fanden Archäologen 800 Münzen aus dem 14. Jahrhundert und das Geld tauchte aus der Erde auf. Ab morgen werden die Münzen ausgestellt.

Anders Horsbøl Nielsen sitzt mit einem Pinsel, etwas Wasser, einer ruhigen Hand und einem konzentrierten Blick davor und poliert den ganz besonderen Fund. Er ist seit 40 Jahren Archäologe, aber die vergangene Woche war einzigartig für ihn – und es wird eine von den Tagen und Wochen sein, an die er sich am besten erinnern wird, wenn er später einmal auf sein Berufsleben zurückblicken wird.

Für die Imkerei in Uhrhøj bei Vejle, wo Dänemarks zweitgrößter Münzfund aus dem 14. Jahrhundert gemacht wurde, ist es eine außergewöhnliche Sache.

Und im Moment verwandelt Anders Horsbøl die uralten Münzen, die von Erde und Schlamm verschmutzt sind, in etwas, das ab morgen in der Spinderihallerne (Spinnerei-Halle) ausgestellt werden kann.

„Ich war noch nie auf so etwas gestoßen. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, diese Münzen in der Hand zu halten“, sagt Anders Horsbøl Nielsen, Archäologe bei VejleMuseerne.

Die Münzen stammen aus Norddeutschland und Dänemark.

Die ersten Silbermünzen wurden vor zweieinhalb Jahren in Uhrhøj gefunden, und seit Montag haben Archäologen vom VejleMuseerne etwa weitere 1.600 Münzen ausgegraben. Ende letzter Woche fanden die Archäologen 800 Münzen und glaubten, damit alle Schätze aus dem Boden ausgegegraben zu haben, doch mehr der norddeutschen und dänischen Münzen tauchten auf.

Jetzt haben sie rund 1.600 Silbermünzen gefunden, und es scheint Dänemarks zweitgrößter Münzenfund zu sein – übertroffen nur von der Svendborg Fund mit 3.800 Münzen.

„Diese Münzen zeigen, dass das Leben nicht immer so verläuft, wie man es erwartet. Hier hat sich etwas abgespielt, was bedeutet, dass jemand nicht wieder zu seinen Münzen von ihm vergrabenen Münzen zurückgekehrt ist“, sagt Anders Horsbøl Nielsen.

Er sagt auch, dass es nicht möglich ist, alle Kapitel über die Geschichte dieser Münzen nachzuvollziehen und sie in einen größeren Kontext zu stellen, bis die Archäologen nicht alle silbernen Schätze gefunden haben, die sich noch in der Erde bei Uhrhøj verstecken.

„Wir werden jeden Tag aufs Neue überrascht, daher kann ich nicht sagen, wann wir mit den Ausgrabungen fertig sind“, sagt Anders Horsbøl Nielsen.

Die Archäologen haben inzwischen herausfinden können, dass die Silbermünzen zu 20 Prozent aus Kupfer bestehen. Sie werden noch zum Ende nächster Woche in der Spinderihallerne in Vejle ausgestellt , danach wird der Fund ins Nationalmuseet (Nationalmuseum) nach København gebracht.

Die 1.600 Münzen sollen erstmals in der Spinderihallerne in Vejle ausgestellt werden.

von

Günter Schwarz – 17.10.2019