Eine Brücke zwischen den Inseln Als (Alsen) und Fyn (Fünen) wird bei den kommenden Verhandlungen zu einem neuen Infrastrukturplan in København ein Thema sein. Es ist ein erster wichtiger Schritt zur möglichen Realisierung des Projekts.

Sieben Minuten, so lange würde eine Fahrt über eine von vielen Seiten erwünschte Brücke zwischen Als und Fyn dauern. Die Realisierung dieses Wunsches liegt zwar noch in ferner Zukunft, ist in dieser Woche aber zumindest einen Schritt weiter gekommen. Der aus Sønderjylland stammende dänische Transportminister Benny Engelbrecht (Socialdemokraterne), dass die Brücke ein konkretes Gesprächsthema bei den kommenden Verhandlungen eines neuen Infrastrukturplans werden wird.

„Ich werde zudem dafür sorgen, dass die Voruntersuchung bei diesen Gesprächen zur Sprache kommt“, so der Minister. Eine Voruntersuchung wird von Experten auf rund 20 Millionen Kronen (2,68 Mio. Euro) geschätzt.

Doch welche Bedeutung würde eine Als-Fyn-Broen für den Verkehr in Sønderjylland haben? Darauf hat der Ingenieur und frühere Straßen- und Verkehrschef der dänischen Straßenbehörde (Vejdirektoratet), Knud Erik Andersen, eine Antwort.

„Es herrscht kein Zweifel daran, dass eine solche Brücke einen entlastenden Effekt auf die E45-Autobahn in Sønderjylland hätte“, so Andersen. Durch den Bau einer Brücke würden neue Möglichkeiten entstehen, die es in der Vergangenheit nicht gab. „Es ist klar, dass die Randgebiete von einer Als-Fyn-Verbindung profitieren würden“, so Andersen.

Als Verkehrsexperte ist er selbstverständlich für den Bau von Brücken. „Wichtig ist, Dänemark auf diese Weise zusammenzubringen und die dabei entstehenden Kompetenzen gut auszunutzen. Generell bin ich immer für Infrastrukturprojekte – wenn diese gesellschaftsökonomisch rentabel sind“, betont er. Wenn es demnach möglich sei, die Brücke zu bauen, dann sollte man dies auch tun. „Man könnte dadurch die Arbeitskraft effektiver nutzen“, so Andersen.

Verkehr und Wirtschaft sind durch eine Brücke über den Lillebælt (Kleiner Belt) demnach große Nutznießer. Doch wie steht es um die Natur? Der Professor der Meeresbiologie der Uni Aarhus, Stiig Markager, hat sich dazu geäußert. „Wenn man die Ostsee betrachtet, dann wird eine Brücke zwischen Als und Fyn die Meeresumwelt nicht drastisch beeinflussen können“, so Markager. Wichtig ist ihm zufolge der ungehinderte Wasserdurchlauf. „Darauf zu achten war beim Bau der Brücke über den Storebælt (Großer Belt) wichtiger als im Lillebælt. Dort strömen nicht die gleichen Mengen Wasser hindurch“, erklärt er.

Problematisch könnte es jedoch sein, wenn die Brücke auf beiden Seiten mit einem langen Damm, der den Wasserdurchlauf behindere, gebaut werden würde. „Aber ich denke, dass solche Problemstellungen in einer möglichen Brückenplanung mit aufgenommen werden“, so Markager. Einzig die vielen Tümmler, die sich im Lillebælt aufhalten, könnten von den Bauarbeiten verstört werden.

Weil die Brücke erst ein Thema auf der Tagesordnung der Lokalabteilung des dänischen Naturschutzvereins in Sonderburg im November sein wird, kann sich deren Vorsitzende, Birgitte Marcussen, zu Folgen der Flora und Fauna eines Brückenbaus noch nicht äußern.

von

Günter Schwarz – 19.10.2019