(Korsør) – Es gibt eine breite politische Unterstützung für die Kommune Slagelse, der endgültige Eigentümer der Storebæltsfærger (Großer-Belt-Fähre) „M/F Broen“ zu werden. Eine der letzten großen Beltfähren nähert sich dem Fährhafen von Halsskov in Korsør.

Der Bürgermeister der Kommune Slagelse, John Dyrby Poulsen (Socialdemokraterne), hat das Verhandlungsmandat erhalten, die Pläne für den Kauf der Storebæltsfærger „M/F Broen“ fortzusetzen und sie Teil des großen landschaftlich gestalteten Wassersportzentrums Halsskov Færgehavn (Fährhafen) werden zu lassen.

Dieses wurde auf einer geschlossenen Sitzung des Finanzausschusses am Montagabend beschlossen, bestätigt Vizebürgermeister Villum Christensen (Liberal Alliance). „Wir haben breite politische Unterstützung und eine Lösung gefunden“, sagt er.

Daher wird John Dyrby Poulsen in naher Zukunft Verhandlungen mit den Fährbesitzern über den Kauf der ehemaligen Fähre aufnehmen.

Dabei muss unter anderem entschieden werden, wie die Fähre aus Grenaa, wo sie seit Juli letzten Jahres liegt, nach Korsør gebracht werden kann. Die Verhandlungen werden voraussichtlich zu einem Gesamtpreis für die Fähre wie auch für deren Verlegung nach Korsør führen, der vom Finanzausschuss festgesetzt wird.

Die Liebe der Kommune Slagelse zu der „M/F Broen“ ist seit einiger Zeit bekannt. Der Plan ist, die alte Disco-Fähre an die alte Fährzufahrtsrampe zu legen und sie mit Erdreich zu umgeben, um sie sozusagen auf Land zu legen. Die Fähre soll für eine Ausstellung über die einstige Fährverbindung über den Storebælt (Großen Belt) und das geplante Wassersportzentrum Besuchern zur Verfügung stehen.

„Die Fähre kann sowohl als Clubhaus als auch historisch für Schüler genutzt werden. Diese Fähre hat einfach so viele Perspektiven und Nutzungsmöglichkeiten und sie begeistert Korsør so sehr“, sagt Villum Christensen.

Den sjællandske (seeländischen) Fährbesitzern wird das Schiff jährlich etwa 300.000 Kronen (40 Tsd. Euro) ohne Mehrwertsteuer kosten, um die Fähre an Strom, Wasser, Abwasser und Wärme anzuschließen. Die einmaligen Kosten für Anschaffung und Standort betragen geschätzte 10 Millionen Kronen (1,34 Mio. Euro). Dieses sind Zahlen, auf die sich Villum Christensen nicht unbedingt berufen will.

Die Fähre wurde 2015 nach Nyborg verschifft, weil die Stadt die Möglichkeit sah, sie zu einem Museumsschiff umzurüsten. Das Projekt wurde der Stadt jedoch zu umfangreich, und es erforderte zu viel Geld, so dass sich die Kommune von dem beabsichtigten Kauf zurückzog.

Die Eigentümer bekamen daraufhin drei Monate Zeit, um die Fähre aus dem Hafen zu holen und der alten Belt-Fähre drohte plötzlich die Verschrottung. Doch sie wurde wieder zurück nach Østjylland (Ostjütland) verholt, wo es seit Juli 2018 im Trockendock in Grenaa liegt.

Der ehemalige „Discokapitän“, Brian Sørensen, wurde 1996 auf der Brücke der Fähre im Hafen von Aarhus vorgestellt.

Die „M/F-Broen“ wurde 1951 auf der Frederikshavn-Werft gebaut und fuhr von 1957 bis 1966 auf den Strecken Nyborg-Korsør und Knudshoved-Halskov über den Storebælt. Damals vor dem Brückenbau galt die hochmoderne Fähre mit Stellplätzen für 60 Autos als endgültige Lösung und wurde deshalb als „schwimmende Brücke“ bezeichnet.

Später verkehrte die „M/ F-Broen“ zwischen Aarhus, Samsø und Kalundborg, bevor sie 1992 in Aarhus als „Disco-Fähre“ bekannt und berüchtigt wurde, die diesen Dienst jedoch am Silvesterabend 2009 beendete.

von

Günter Schwarz – 22.10.2019