(Aarhus-Viby) – Die Firma „Arla“, eine schwedisch-dänische Molkereigenossenschaft mit Sitz im Aarhuser Vorort Viby, die zu den größten Molkereien der Welt gehört, hat Lkws gekauft, die mit Biogas betrieben werden und mit einer Tankfüllung ca. 875 Kilometer fahren können. Ziel der Molkerei ist es, dass künftig alle Firmen-Lkw mit grüner Energie fahren, so der Direktor.

So können „Arlas“ neue CO₂-freundliche Lkw über Land fahren und mit dem Tank voller Gülle reich werden – und alles von einfachen Kühen. Am Dienstag wurde das Pilotprojekt mit zwei mit Biogas betriebenen Lastwagen gestartet.

„Unser Ziel ist es, dass alle unsere Verteiler-Lkw so schnell wie möglich zu 100 Prozent mit Ökoantrieb fahren“, sagt Jakob Knudsen, Direktor von „Arla“ Danmark. Und Gülle oder Biogas ist eine naheliegende Option, da es auf den Arla-Höfen über 500.000 Kühe gibt.

Zunächst wurden zwei Lastwagen von „Arla“ für den ausschließlichen Betrieb mit Biogas umgebaut. Ein LKW liefert Milch im Großraum København aus, der andere holt Milch in Sjælland (Seeland) ab und transportiert sie nach København.

Und mit Hilfe der Kühe können die Fahrer von „Arla“ die Milch zukünftig klimafreundlich und leise an die dänischen Milchkunden bringen. Mit einem halbierten Geräuschpegel sind die neuen Biogas-Lkw auch nicht so laut wie normale Lkw. Die Biogas-LKWs haben insgesamt vier Tanks, die gefüllt werden, um die Milch zu transportieren. Auf diese Weise ist „Arla“ sowohl im Transportbereich CO₂-freundlich als auch verwendet sie etwas, das sie ohnehin viel zu viel haben, nämlich Gülle.

„Für „Arla“ ist es sinnvoll, Gülle als Kraftstoff in unseren LKWs zu verwenden, da wir an der Herstellung der Gülle beteiligt sind“, sagt Søren Nyborg, Vertriebsleiter bei „Arla“ Danmark. „Die Kühe der Landwirte machen den Mist, und wir fahren damit im Großraum København unsere Milch aus”, fügt er hinzu.

Durch die Verwendung von Biogas anstelle von Diesel reduziert „Arla“ seinen CO₂-Ausstoß um mindestens 53 Prozent. Der Versuch, Gülle zu zu Biokraftstoff zu verarbeiten, ist eine von mehreren Initiativen, die „Arla“ in Angriff nimmt, um bis 2050 CO₂-neutral zu werden.

Nach einem Testzeitraum von vier bis sechs Monaten wird „Arla“ den Test auswerten.

„,Arla‘ hat einen guten Ausgangspunkt für die Erzeugung von Biogas, weil unsere Landwirte viele Kühe haben, deren Ausscheidungen uns mehr von der grünen, CO₂-neutralen Energie liefern kann, die für die Energieversorgung der Zukunft wichtig ist.

Zusätzlich wird die Milch in den „Arla“-Kühlhäusern mit Biogas gekühlt.

von

Günter Schwarz – 25.10.2019