(København) – Eingangs sei gleich gesagt, dass obwohl die neue App laut deren Entwickler feststellen kann, ob Pilze essbar sind oder nicht, sollten Sie als „Pilz-Laie“ oder Neuling im Pilzensammler immer noch weiterhin Pilzkenner um Rat fragen.

Forscher des Naturkundemuseums der Universität København haben eine App entwickelt, mit der durch Photoerkennung die Pilze des Waldes bestimmt werden können. Das teilt die Universität in einer Pressemitteilung mit.

„Es ist das erste Mal, dass mit Hilfe der elektronischen Bilderkennung in Dänemark eine sofortige Hilfe zur Pilzbestimmung möglich ist“, sagt der außerordentliche Professor und Projektleiter Jacob Heilmann-Clausen.

Die App ist mit Dänemarks Pilzatlas verknüpft, einer umfangreichen Datenbank mit im Land in der Natur von Wald und Flur vorkommenen Pilzen. Nach der Aufnahme eines Pilzes wird das Bild analysiert. Danach schlägt die App eine Reihe von Möglichkeiten vor, um welche Pilzart es sich handeln könnte.

Die Art des Pilzes, die der Algorithmus als die wahrscheinlichste ansieht, steht an oberer Stelle.

Die Forscher warnen dennoch davor, dass die Bewertung dieses Pilzes durch die App nicht allein stehen kann, und sie raten jedem Pilzsammler: „Iss niemals einen Pilz, nur weil die Fotoerkennung anzeigt, dass es sich um einen essbaren Pilz handelt, den du gefunden hast.“ Und Jacob Heilmann-Clausen fügt hinzu: „Fragen Sie immer auch einen erfahrenen Pilzexperten.“

7 Ratschläge für die Pilzsuche:

  • Essen Sie nur Pilze, die Sie kennen. Wenn Sie irgendwelche Zweifel haben, lassen Sie sie in Ruhe.
  • Essen Sie nur zugelassene Speisepilze.
  • Verwenden Sie zum Kochen nur frische Champignons.
  • Beginnen Sie immer mit einer kleinen Portion eines neuen Esspilzes. Manche Menschen sind überempfindlich gegen Pilze. Wenn Sie also nur wenig essen, fühlen Sie sich später auch weniger unwohl.
  • Essen Sie keine wilden Pilze im rohen Zustand. Wildpilze müssen geröstet oder durchgegart werden.
  • Wenn Sie eine Pilzvergiftung vermuten, konsultieren Sie einen Arzt oder gehen Sie in die Notaufnahme. Bitte bringen Sie die Reste der Pilze oder Lebensmittelreste zur Analyse mit.
  • Sammeln Sie keine Pilze in der Nähe von stark befahrenen Straßen oder von Industriebetrieben, da Pilze Schwermetalle absorbieren, die für den Körper in größeren Mengen giftig sind.

Quelle: Naturstyrelsen (Dänische Naturbehörde)

Jedes Jahr gibt es Pilzsammler, die Fehler machen, wenn sie die Waldpilze sammeln und dann anschließend verspeisen.

Im Jahr 2017 starben zwei Kinder aus einer Familie in Haslev, nachdem sie giftige Pilze im Freien gegessen hatten, so Sydsjællands og Lolland-Falsters Politi (Südseeland und Lolland-Falster Polizei).

Chefarzt Niels Ebbehøj der Toxilogischen Abteilung im Krankenhaus Bispebjerg schätzt, dass giftige Pilze durchschnittlich ein bis zwei Todesfälle pro Jahr sowie eine ähnliche Anzahl von Lebertransplantationen in Dänemark verursachen.

Die Toxilogischen Abteilungen der dänischen Krankenhäuser erhalten ungefähr 700 Anrufe pro Jahr wegen Verdachts von Pilzvergiftungen.

von

Günter Schwarz – 25.10.2019