(Helsingør) – Das Øresund Aquarium hat in dänischen Gewässern eine asiatische Krabbe gefunden, die man schnell ausrotten möchte. Während einer regelmäßigen Überprüfung von Miesmuscheln nahe Helsingør machten die Mitarbeiter des Øresund-Aquariums letzte Woche einen besonderen Fang.

Hier wurde eine neue Art von Strandkrabben gefangen, die bisher im Sund nicht vorkam. Es geht dabei um die asiatische Strandkrabbe, die den ganzen Weg aus Japan in den Øresund wahrscheinlich im Ballesttank eines Schiffes zurückgelegt hat.

Der Befund löst Bedenken bei dem Aquariumschef und Meeresbiologen im Øresund-Aquarium, Jens Peder Jeppesen, aus. Er möchte, dass die Krabbe schnell aus dem Sund entfernt wird.

„Sie wird versuchen, sich an das neue Ökosystem anzupassen, an das sie nicht gewöhnt ist. Das Problem ist, dass diese Krabbe sehr tolerant gegenüber Kälte und Hitze und hohem sowie niedrigem Salzgehalt ist“, sagt der Aquariumschef. Er befürchtet, dass die eingewanderte Krabbe den Bestand der gewöhnliche Strandkrabbe bedrohen wird, die bereits in dänischen Gewässern zuhause ist.

Die Krabbe ist sehr wahrscheinlich durch Ballastwasser von großen Frachtschiffen aus Asien nach Dänemark gekommen. „Sie pendeln zwischen Japan nach Europa hin und her, und manchmal entleeren sie ihre großen Tanks und müssen neues Ballastwasser nachfüllen, das dann bis nach Europa in unsere Gewässer gelangt. Das Problem ist, dass mit dem Ballastwasser viele kleine Meeresbewohner in andere Gewässer gelangen können“, sagt Jens Peder Jeppesen.

Er hofft nicht, dass die asiatische Krabbe nicht im Øresund heimisch werden kann, weil es dann schwierig wird, sie auszurotten. Die asiatische Krabbe legt dreimal im Jahr Eier und bekommt mit einer Eiablage bis zu 50.000 Nachkommen.

Der Aquariummanager hofft daher auf den Kabeljau. „Wir hoffen sehr, dass der Kabeljau und möglicherweise auch andere Fische in unserem Meer die Krabbe fressen, so wie unsere gewöhnliche dänische Strandkrabbe in den Herbstmonaten von hungrigen Kabeljauen millionenfach gefressen werden“, erklärt er.

Jens Peder Jeppesen zufolge gibt es keine anderen Möglichkeiten, die asiatische Krabbe im Sund auszurotten.

von

Günter Schwarz – 29.10.2019