(Sonderborg) – Der 11. November ist jedes Jahr ein besonderer Tag für Bente Hartmann. An dem Tag endete der Erste Weltkrieg im Jahr 1918, aber Bents Großvater kehrte nie aus dem Krieg zurück und hat das Leben der Familie seit Generationen geprägt.

Am 11.11. um 11 Uhr 1918 begann der Waffenstillstand während des Ersten Weltkriegs, der mit dem Versailler Friedensvertrag 1919 zum Kriegsende führte.

In Bente Hartmanns Familie ist der Erste Weltkrieg noch nicht zu Ende. Ihr Großvater wurde im Krieg getötet und eine junge Witwe mit vier Kindern allein zurückgelassen – eines der Kinder ist die Mutter von Bente Hartmann.

Für Bente Hartmann ist es ein besonderer Tag, weshalb sie am Montagmorgen zum Sct. Marie Kirketorv (Sankt Marie Kirchhof) in Sonderborg zum Gedenken und zur Kranzniederlegung gefallener Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg kam.

„Ich denke, es ist wichtig, sich an diesen Tag zu erinnern, weil eine große Anzahl Männer hier aus Sønderjylland (Südjütland), das damals vom Deutschen Reich besetzt war, an diesem Krieg teilgenommen haben – auch wenn sie für die deutsche Seite ins Feld geschickt wurden.

Der Erste Weltkrieg dauerte vom 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien bis zum 11.11.1918 mit dem Waffenstillstand von Compiègne und forderte über acht Millionen Gefallene – darunter 5.270 Sønderjyder (Südjüten), die auf deutscher Seite kämpften.

Bente Hartmanns Großvater nahm am Krieg teil, fiel aber auf das Schlachtfeld. Er kehrte nie nach Hause zurück und ließ ihre Großmutter mit vier kleinen Kindern allein in Tandslet auf Als (Alsen) zurück.

Am 11.11. 1918 um 11 Uhr endete der Erste Weltkrieg. Mehr als 5.000 Sønderjyder fielen im Krieg.

„Natürlich hat es das Leben meiner Großmutter stark beeinflusst. Sie hatte es als Kriegerwitwe allein mit vier kleinen Kindern sehr schwer. Es war hart, und es hatte auch einen großen Einfluss auf das Leben meiner Mutter, dass sie ihren Vater nie gesehen hat“, sagt Bente Hartmann und fährt fort: „Tatsächlich hat es mich auch betroffen, weil es auch viel mit dem Leben meiner Mutter zu tun hatte, die keinen Vater hatte und über den Krieg hinwegkommen musste. Es braucht Generationen dazu.“

von

Günter Schwarz – 11.11.2019