(København) – Der Boom in der Anzahl der Hotelzimmer durch den steigenden Tourimus bedeutet, dass in den kommenden Jahren mehr Zimmermädchen benötigt werden. Aber die Reinigungsfirmen treiben ihre Zimmermädchen hart an und versuchen häufig, sie um ihren kargen Lohn noch zu betrügen, so die Kritik.

Das Zimmermädchen Maria aus Rumänien weiß alles über billige Arbeitskräfte in dänischen Hotels. „Sie setzen alles daran, dass die Leute immer schneller und besser arbeiten – und wenn möglich, werden sie jederzeit – zu jeder Tages- und Nachtzeit – zur Arbeit gerufen. Auf Freitzeit und Erholungszeiten nehmen sie keine Rücksicht“, sagt Maria. Sie hat zugestimmt, über die Bedingungen als Dienstmädchen in København zu sprechen. Anonym, da sie sonst Angst hat, ihren Job zu verlieren.

„Ein Dienst- oder Zimmermädchen zu sein ist nicht wie in den französischen Filmen – mit hübschen Dienstmädchen, die dezent an die Tür klopfen und locker ihre Arbeit verrichten. Es ist wirklich harte Arbeit“, sagt Maria. Seit acht Jahren arbeitet sie als Zimmermädchen in Københavnerne Hotels. Und Dienstmädchen sind nur eine der Berufsgruppen, die in den kommenden Jahren stark nachgefragt werden.

Laut dem Hotel- und Restaurantverband „Horesta“ werden in den nächsten vier bis fünf Jahren rund 50 Prozent mehr Hotelzimmer in København gebaut – oder bis zu 30.000 im Vergleich zu 20.000 heute. Und dieses Wachstum wird die Nachfrage nach Tausenden von neuen männlichen und vor allem weiblichen Mitarbeitern in der Branche bedeuten.

Viele der großen Københavnerne Hotels und Hotelketten haben die Aufgabe der Zimmerreinigung und des Wäschewechsels ausgelagert. Dies bedeutet, dass die Zimmermädchen nicht im Hotel, sondern bei einem anderen Unternehmen angestellt sind – einem Subunternehmer.

Bei einem Gespräch mit mehreren Dienstmädchen wie Maria aus Rumänien bestätigen sie übereinstimmend, dass diese Unternehmen oft versuchen, mit Überstunden, Abend- und Wochenendgeldern zu schummeln und während Krankheitszeiten nicht zu bezahlen.

„Egal was – sie versuchen immer, die Angestellten auf irgendeine Form der Bezahlung zu betrügen. „Wir bekommen eine Reihe von Räumen zugewiesen, die wir innerhalb eines bestimmten Zeitraums reinigen müssen. Und wenn du es nicht schaffst, musst du Überstunden machen – ohne Bezahlung“, sagt Maria.

In Bezug auf den Hotelservice und den Reinigungsservice gehören die Unternehmen „BH Hotelservice“ und „The Five Stars“ zu den größten auf dem dänischen Markt. Sie wollen zu dem Thema nicht interviewt werden, aber beide geben an, dass sie die gesetzlichen Vorschriften und tariflichen Vereinbarungen einhalten.

Es gibt jedoch auch eine Reihe anderer Akteure in der Region und im Land, ebenso wie eine Reihe von Dienstmädchen, die direkt bei den Hotels beschäftigt sind.

Laut Maria aus Rumänien müssen sich viele Dienstmädchen trotz gesetzlicher Vorschriften und tariflicher Vereinbarungen weiterhin mit folgendem herumschlagen: „Wenn sie nicht gehorchen, kann sich dieses auf viele Arten auf Ihre Beschäftigung auswirken. Sie können auch riskieren, beobachtet zu werden – oder sie werden gar ausspioniert, ob sie Fehler machen. Mehr als sonst“, sagt Maria.

Die Gewerkschaft „3F“ kritisiert, dass den Hotels jegliche Verantwortung für ihre diese Mitarbeiterinnen fehlt. „Die Hotels tragen eine große Verantwortung für die Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Ablaufs in der Tätigkeit und Behandlung der Mitarbeiter ihrer Subunternehmer, da beispielsweise die Zimmermädchen eine große Gruppe derjenigen ausmachen, die in den Hotels arbeiten“, sagt „3F“.

Der Hotelverband „Horesta“ weist diese Kritik Horesta zurück. „Ich denke nicht, dass die Hotels definitiv ihre Subunternehmer kontrollieren müssen. Wenn ein Vertrag sichergestellt hat, dass bestimmte Anforderungen an den Subunternehmer gestellt werden – und der Subunternehmer diese Anforderungen dann nicht erfüllt – sind sie natürlich berechtigt, den Vertrag zu kündigen“, sagt die Geschäftsführerin von „Horesta“, Katia. K. Østergaard.

Auf die Frage, ob die Hotels es nicht zur Pflicht machen sollten, das in Ihre Verträge aufzunehmen, antwortete sie: „Ich möchte nicht beurteilen, was in den Verträgen enthalten sein soll.“

von

Günter Schwarz – 12.11.2019