(Helgoland) – Von November bis in den Januar hinein liegen die Kegelrobben zu Hunderten am Strand der Helgoländer Düne. Hier bekommen sie bekommen ihre Jungen und ziehen sie im Wasser vor der Badeinsel groß.

„Das ist Europas größte Kinderstube hier. Vergangenes Jahr hatten wir mehr als 400 Geburten auf der Düne“, erzählt Seehundjäger Michael Janssen. Auch wenn die diesjährige Wurfsaison noch keine vier Wochen alt ist, liegen jetzt schon 140 kleine Kegelrobben am Strand. Das ist ein einmaliges Naturschauspiel – und natürlich auch ein Besuchermagnet. Viele Tagesgäste kommen jetzt gezielt nach Helgoland, um die Kegelrobben bei der Aufzucht ihrer Jungtiere zu beobachten.

Die meisten Besucher benutzen dafür einen Holzbohlenweg, den die Gemeinde am Nordstrand der Düne angelegt hat. Aber es gibt auch immer wieder Besucher, die noch näher an die Tiere herran wollen und abseits der Wege direkt am Strand herumlaufen und die Regel ignorieren, 30 Meter Abstand zu halten.

„Manche haben das Gefühl, das wäre hier ein Streichelzoo“, sagt Seehundjäger Michael Janssen. Das ist gefährlich sowohl für die Menschen als auch für die Tiere, denn die Raubtiere sind schnell und haben eine enorme Beißkraft. Außerdem können Störungen dazu führen, dass Mütter ihre Jungtiere allein lassen und diese sterben“, sagt er.

Die Gemeindevertretung von Helgoland hat nun am Montagabend beraten, wie sie mit diesem Konflikt umgehen will. Das Ergebnis: Naturschützer und Kommunalpolitiker bilden zusammen ein Gremium, das die Verwaltung bei der Frage berät , ob einzelnen Strandabschnitte in der Wurfzeit für Besucher gesperrt werden sollen.

von

Günter Schwarz – 26.11.2019