Einer der farbenfrohsten Vögel des Landes ist wieder zahlreicher geworden und breitet sich über ganz Dänemark aus. „Den flyvende juvel“ (Das fliegende Juwel) oder der „Spydfiskeren“ (Speerfischer) wird er auch genannt. Die Dansk Ornitologisk Forening (DOF / Dänische Ornithologische Vereinigung) berichtet nun, dass der exotische und farbenfrohe Eisvogel sich im Land solide ausbreitet.

Im Jahr 2007 gab es in Dänemark schätzungsweise 300 Brutpaare. Man geht heute davon aus, dass die Brutpopulation inzwischen 440 und 942 Brutpaare erreicht hat. Die große Bandbreite an Schätzungen beruht darauf, dass es schwierig sein kann, die Eisvogelbrutstätten zu 100 Prozent sicher zu erkennen. Das sagt die Biologin Charlotte Moshøj, wissenschaftliche Projektmanagerin bei DOFs großer jährlicher Zählung dänischer Vögel.

Vor einigen Jahrzehnten wurde der Eisvogel in erster Linie an schnell fließenden Bächen in Midt-(Mittel-) und Østjylland (Ostjütland) gefunden. In den letzten Jahren hat sich der gelernte Fischer in den Regionen nach Westen und Südosten ausgebreitet, in denen er zuvor kaum zu sehen war.

„Der Eisvogel hat sich zum Beispiel in Thy, Nordsjælland (Nordseeland), Sydsjælland (Südseeland) und Lolland, wo es früher nur wenige gab, erheblich ausgebreitet und ist auch an mehreren Orten auf Fyn (Fünen) vorgekommen“, sagt Charlotte Moshøj.

Der Eisvogel hat neue Arten von Lebensräumen angenommen und kann nun in Häfen und Yachthäfen angetroffen werden, in denen er zuvor noch nicht gesehen wurde.

Die Biologin fügt hinzu, dass viele Gebiete entlang der Westküste bereits von dieser Art besetzt sind. Die Fortschritte werden durch eine sauberere aquatische Umwelt gemäß den Plänen für die aquatische Umwelt von 1986 unterstützt. Außerdem kommen mildere Winter hinzu. Trotz seines Namens hat der Eisvogel Schwierigkeiten zu überleben, wenn längere Frostperioden seine Futterplätze in Bächen und Seen mit Eis bedecken. Lang anhaltende Frostwinter verringern ihren Bestand.

„Wir erlebten es in den frühen 1980er Jahren und erneut nach den strengen Wintern um 2010, als einige Eisvögel starben. Aber einige milde Winter haben die Verluste in ein paar Jahren ausgeglichen“, sagt Charlotte Moshøj.

Der kleine Vogel kann sich gut anpassen und ist bei der Auswahl der Lebensräume offensichtlich nicht so wählerisch, wie man gedacht hat. Er braucht kein Nestloch in einem Vogelhaus neben einem Wasser, sondern kann mehrere hundert Meter vom See oder Bach entfernt Nester bauen.

FAKTEN: Der Eisvogel in Dänemark

  • Der Eisberg (Alcedo atthis) soll in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Dänemark eingewandert sein.
  • Er gehört zu den schreienden Vögeln, einer der buntesten Vogelfamilien, zu denen in Dänemark auch Wiedehopf, Blauracke und Bienenfresser gehören.
  • Eisvögel graben an steilen Hängen, oft in der Nähe von Seen oder Bächen, horizontale Nistlöcher, die bis zu einem Meter tief sein können.
  • Der Eisvogel lebt nach oder während der Brutzeit paarweise und kann während einer Brutzeit zwei Würfe mit je 5-7 Jungen haben.
  • Er lebt in Dänemark von Fischen, Wasserinsekten und Krebstieren und sitzt oft auf einem Ast am Wasser, von wo aus Forellen und andere kleine Fische gefangen werden.

Quelle: Dansk Ornitologisk Forening (DOF / Dänische Ornithologische Vereinigung)

von

Günter Schwarz – 18.12.2019