(Lindø) – Der Windenergieanlagenbauer MHI-Vestas konzentriert sich in den kommenden Jahren auf Bestellungen aus Asien, insbesondere aus Taiwan und aus den USA. Das Auftragsbuch ist für die kommenden drei Jahre reichlich gefüllt.

Der Produktionsleiter von MHI-Vestas ist gerade von einem Treffen in Asien zurückgekehrt und hat einen möglichen neuen Großauftrag in der Tasche, über den er noch nichts sagen kann. Derzeit sind 500 Mitarbeiter beim Offshore-Windkraftanlagenhersteller beschäftigt, und in Zukunft werden es noch mehr sein.

„Der Ausgangspunkt ist immer noch, dass das Maschinenhaus hier auf Lindø hergestellt werden muss. Diese Kapazität haben wir derzeit auch, und das ist natürlich eine Kapazität, an der wir auch in den kommenden Jahren arbeiten werden“, sagt Martin Bjerregaard, Produktionsleiter bei MHI-Vestas in Lindø.

Steffen Rosenfeldt ist bei MHI Vestas stark gefordert, denn seine Aufgabe ist es, die Kollegen über die neuesten Werkzeuge in der Produktion auf dem Laufenden zu halten und gleichzeitig neue Mitarbeiter auszubilden. Im vergangenen Jahr waren es über 100, es war also ein arbeitsreiches Jahr. Gleichzeitig wachsen Werkzeuge und Komponenten stetig an.

„Die Schrauben werden größer, weil sie länger halten müssen. Die Entwicklung ist nur gut, und wenn sie nur eine Mühle bauen können, die die gleiche Leistung wie zehn herkömmliche erzielt, dann ist dieses der richtige Weg. Weniger Arbeit und weniger Material, um eine Mühle zu bauen, statt zehn. Das kann nur von Vorteil sein“, denkt er.

Steffen Rosenfeldt und seine Kollegen lernen ständig Neues. Die Windkraftanlagen wachsen kontinuierlich an Größe an. Die größten Offshore-Windenergieanlagen hatten ursprünglich eine Leistung von 5 MW, jetzt werden 10 MW-Mühlen gebaut, und der Mitbewerber GE (General Electric) ist an einer 12 MW großen Offshore-Windenergieanlage beteiligt.

„Es läuft sehr gut und die Technologie wird ständig mit neuen Initiativen weiterentwickelt. Es passiert also viel, und es ist aufregend“, sagt Martin Larsen. Er ist einer der beiden Auszubildenden und seit einem Jahr Auszubildender bei MHI Vestas. Gemeinsam mit seinen Kollegen ist er mit einem neuen Großaufträge für die weltweit größten Offshore-Windkraftanlagen in vollem Gange.

Eine Reihe von 10-Megawatt-Mühlen sind versandbereit. Von Lindø aus komkurrieren sie weltweit mit großen Playern wie Siemens und GE, um an erster Stelle zu bleiben. „Es ist ein harter Wettbewerb, und wir sind einer von mehreren Akteuren auf dem Offshore-Windkraftanlagenmarkt. Natürlich wollen wir so viel wie möglich vom Kuchen haben“, sagt Martin Bjerregaard.

Die Maschinenhäuser für die Offshore-Windenergieanlagen werden nur in Lindø hergestellt und montiert. Dieses geschieht in der brandneuen Halle B9, eine im Frühjahr in Betrieb genommene Fläche von über 10.000 Quadratmetern verdoppelte die Produktionsfläche.

Bereits im Jahr 2015 war Siemens Wind Power in Munkebo ansässig. Der Windenergieanlagenhersteller beschloss jedoch, seine Aktivitäten im Industriepark Lindø einzustellen und nach Deutschland zu verlegen. Steffen Rosenfeldt befürchtet nicht, dass seinem Unternehmen das gleiche passieren wird.

„Wir expandieren und expandieren. Und dann sind wir Spezialisten auf dem Gebiet. Es wird hier nicht an einen Umzug gedacht, um an anderen Orten zu produzieren. Wir sind hier gut positioniert“, sagt er.

Der Wettbewerb ist knallhart, und das bedeutet, dass alles, was in der Halle vor sich geht, streng geheim ist. Dies gilt teilweise sogar für welche Komponenten welche Teile verwendet werden. Aber geheim ist auch, wie lange es dauert, die Komponenten zusammenzubauen. Alle Produktionsschritte sind geheim.

„Wir dürfen keine Bilder aufnehmen und dürfen hier auch kein Bild von uns selbst machen und es dann zum Beispiel auf Facebook posten. Dann gibt es Ärger“, sagt Steffen Rosenfeldt.

In fünf Jahren ist MHI-Vestas im Industriepark Lindø auf 500 Mitarbeiter angewachsen. Steffen Rosenfeldt bildet seine Kollegen aus und bildet neue Mitarbeiter aus, von denen 100 im vergangenen Jahr neu hinzugekommen sind.

MHI Vestas stellt Maschinenhäuser her, die Windkraftanlagenköpfe, auf denen das Getriebe und die Flügel sitzen. Das Unternehmen ist erst fünf Jahre alt und auf über 500 Mitarbeiter angewachsen. Damit ist es der größte Arbeitsplatz auf Lindø. Das Auftragsbuch ist weit in die Zukunft hinein gefüllt.

„Ich weiß genau, was ich in den nächsten drei Jahren tun soll. So gibt es einem eine gewisse Ruhe im Magen und auch eine gute Sicherheit für die Mitarbeiter in der Produktion. Wir bekommen viel Aufmerksamkeit geschenkt“, sagt Produktionsleiter Martin Bjerregaard von MHI-Vestas auf Lindø.

Der Offshore-Windkraftanlagenhersteller hat gerade einen Vertrag mit Lindø für die nächsten acht Jahre unterzeichnet. Der Umsatz ist mit einem Gewinn im letzten Geschäftsjahr von knapp 400 Mio. Kronen (53,5 Mio. Euro) solide gewachsen.

„In dieser Branche, die im Offshore-Bereich ein starkes Wachstum verzeichnet, stehen wir vor einer besseren und grüneren Zukunft. In den nächsten Jahren wird viel passieren, und es wird wirklich aufregend“, sagt Martin Larsen.

Europa ist der größte Markt, und MHI Vestas ist bestrebt, künftig mehr Offshore-Windenergieanlagen nach Asien zu verkaufen, insbesondere nach Taiwan und in die USA. Der japanische Offshore-Windpark Hibikinada hat gerade MHI Vestas als bevorzugten Lieferanten ausgewählt.

„Wir haben großartige Möglichkeiten, hier zu bleiben. Dazu gehört natürlich auch, dass wir uns am Markt weiterentwickeln“, sagt Steffen Rosenfeldt.

von

Günter Schwarz – 20.12.2019