Die dänischen Kirchen erfüllten die Pastoren am Heiligabend voller Feude, die ansonsten an solche überfüllten Kirchen nicht gewöhnt sind.

Für viele Dänen ist es Tradition, an Heiligabend in die Kirche zu gehen. Hier singt man traditionelle Weihnachtslieder und hört die Weihnachtsgeschichte, wobei das Warten auf die Besucher der abendlichen Feiern im Kreise der Familie auch schneller vergeht.

Somit ist es alles andere als ein normaler Sonntag in der evangelisch-lutherischen Volkskirche, und deshalb freuen sich die Pastoren, am 24. Dezember so viele Menschen in ihren Kirchen zu sehen. „Es ist wirklich wunderbar, mit so vielen Menschen den Gottesdienst zu feiern“, sagt Peter Madsen, Pastor in der Sct. Nicolai Kirke auf Bornholm. „Es ist absolut fantastisch“, sagt auch Birgit Friis, Pastorin in der benachbarten Aa-Kirke auf der Insel.

In der Sct. Nicolai Kirke fanden gestern, am Heiligabend, vier Gottesdienste statt, während in der Aa-Kirke zwei Gottesdienste abgehalten wurden. Für beide Pastoren war es zweifellos ein bisschen schwieriger als an normalen Sonntagsgottesdiensten, obwohl es nach ihren Worten schön ist, in einer vollen Kirche Gottesdienst zu halten. „Aber es muss nicht jeden Sonntag so sein“, klingt es vom Pastor der Sct. Nicolai Kirke, und er fährt fort mit einem Lächeln im Gesicht: „Wenn es jeden Sonntag so viele Kirchenbesucher gäbe, würden unsere Kräfte nicht ausreichen.“

von

Günter Schwarz – 25.12.2019