(Hoyer) – Im Magrethenkoog bei Hoyer sollen neue Brutinseln die Bestände seltener Vögel stärken. Daher empfiehlt die Dansk Ornitologisk Forening (DOF / Dänischer Vogelschutzverband) die Einzäunung von Brutplätzen und den Abschuss von Raubtieren im Bereich des Wattenmeers.

Während der vergangenen Jahre haben die Wattenmeerstaaten Dänemark, Deutschland und die Niederlande gemeinsam die Bestandsentwicklung bei 29 typischen Brutvogelarten der Küstenregion mit Vorland, Marschenwiesen und Dünenküsten überwacht.

Doch trotz der Ausweisung von Schutzgebieten und der Einrichtung von Nationalparks erwiesen sich die Bestände bei nur 10 der Vogelarten als stabil, oder sie vergrößerten sich. Der Biologe des dänischen Nationalparks Wattenmeer, John Frikke, erklärt gegenüber der Zeitschrift „Fugle og Natur“ des dänischen Vogelschutzverbandes Dansk Ornitologisk Forening (DOF), dass man seit Jahren versuche, durch Hinweisschilder, einfache Zäune und Markierungen Menschen und deren Hunde von Brutplätzen seltener Arten wie Seeregenpfeifer oder Zwergseeschwalbe fernzuhalten.

Einige dieser sehr bedrohten Arten nisten in Nordschleswig auf der Insel Rømø. „Doch was nützt es, wenn tagsüber die Vogelnester gegen Störung durch Hunde geschützt werden, und wenn dann des Nachts Füchse und Marderhunde Eier und Junge fressen“, so Frikke gegenüber der Zeitschrift.

Er berichtet, dass über Jahre geringe Bruterfolge als Hauptursache der Bestandrückgänge ausgemacht worden sind. Pilotprojekte auf Fanø und im Reservat des „Fugleværnfond“ Nyord auf der Insel Møn haben gezeigt, dass gezielte Fernhaltung der Raubtieren durch elektrische Schutzzäune und der Abschuss von Füchsen die Bruterfolge der am Boden brütenden Uferschnepfen, Kiebitze und Rotschenkel erhöht haben.

Die staatliche Naturstyrelsen (Naturbehörde) versucht auf ihren Flächen im Margrethenkoog parallel zu einer stärkeren Vernässung des extensiv beweideten Gebietes durch Schaffung von Brutinseln nach Vorbild der Schutzmaßnahmen im benachbarten deutschen Rickelsbüller Koog Austernfischer, Säbelschnäbler, Uferschnepfe und Rotschenkel zu mehr Nachwuchs zu verhelfen.

Der Austernfischer brütet wie viele andere Küstenvogelarten am Boden. Seine Gelege sind nicht nur durch Strandspaziergänger gefährdet. Nachts werden sie auch von Räubern wie dem Fuchs geplündert.

Trotz vieler Beschränkungen bei der landwirtschaftlichen Nutzung in den Friedrichenkögen seit der 1980er Jahren haben sich dort seltene Brutvogelarten nicht erholt.

Allerdings spielen bei den mehr oder weniger weit entfernten Winterquartieren wandernden Arten wie den Uferschnepfen oder Kiebitzen weitere Gefahren eine Rolle.

So leiden auf Äckern rastende Kiebitze unter dort ausgebrachten Agrarchemikalien und sie werden in südlichen Breiten von Jägern geschossen. Bei Uferschnepfen mit Sendern wiesen niederländische Forscher nach, dass diese bei ungünstigen Winden in der Sahara – auch aufgrund des Klimawandels – diese Zugetappe nicht überleben.

von

Günter Schwarz – 27.12.2019