Dronning Margrethe II. hielt heute Abend ihre 48. Neujahrsansprache, in der sie unter anderem den 100. Jahrestag der Wiedervereinigung Dänemarks im Jahr 2020 ansprach.

Wenn sich Dronning Margrethe einmal im Jahr an ihren Schreibtisch in den Räumen von Kong Christian IX. In Amalienborg setzt, hören die Dänen aufmerksam zu. In diesem Jahr war zu erwarten, dass sie den 100. Jahrestag der Wiedervereinigung Sønderjyllands (Südjütlands) mit Dänemark ansprechen würde, und genau diese Erwartung erfüllte sie.

„Am 10. Juli jährt sich zum 100. Mal die Wiedervereinigung Sønderjyllands mit Dänemark. Der Tag der Wiedervereinigung wird nicht nur für die Sønderjyderne (Südjüten) zum Jubiläum, sondern es ist ein Tag, an dem die gesamte dänische Bevölkerung teilhat. Tausende Menschen aus dem ganzen Land strömten herbei, um Kong Christian X. auf dem weißen Pferd am 10. Juni 1920 über die Grenze reiten zu sehen. Vielleicht glauben viele heute, dass es schon lange her ist, aber fragen Sie die Sønderjyderne: Sie wissen, dass damit ein Blatt in der Geschichte Dänemarks umgeschlagen wurde. Wir wissen darum und wenn das Jubiläum kommt, werden wir es feiern“, sagte die Königin.

Im Herbst besuchte die Königin die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein und blickt mit großer Freude darauf zurück. „Ich erhielt einen herzlichen und festlichen Empfang, der dazu beitrug, die gute Nachbarschaft und die feste Freundschaft zwischen Deutschland und Dänemark zu bestätigen. Es wurde auch ein unvergessliches Treffen mit der dänischen Minderheit. Sie ist vor 100 Jahren nicht nach Dänemark zurückgekehrt, aber Dänemark ist und bleibt ihr Kernland. Es hat mich sehr berührt, das auch von der jungen Generation zu hören. Das werde ich nie vergessen“, sagte Königin Margrethe.

Die deutsche Minderheit in Dänemark erhielt auch einen Neujahrsgruß von Dronning Margrethe, und so sprach die Majestät direkt das dänisch-deutsche Grenzland an, das sich seit der Besetzung Dänemarks durch deutsche Nazi-Truppen vor fast 80 Jahren von der Feindschaft zur Freundschaft und zu einer gemeinsamen Zusammenarbeit in die Zukunft entwickelt hat. Außerdem haben die dänische und die deutsche Minderheit auf beiden Seiten der Grenze nun gemeinsam bei der UNESCO einen Antrag auf Anerkennung des Grenzlandes als immaterielles Welterbe gestellt, was als ein Beispiel für die Grenzländer der Welt ist.

„Sowohl die dänische als auch die deutsche Minderheit haben über die Jahre hinweg einen so harmonischen und friedlichen Beitrag zur Entwicklung des Grenzlandes geleistet. Es ist ein Vorbild für die ganze Welt geworden. Ich sende allen im Grenzland meine herzlichen Neujahrswünsche“, sagte sie.

von

Günter Schwarz – 31.12.2019