(Lolland) – Am Freitagnachmittag griff die Berdskabsesstyrelsen (Notfallbereitschaft) ein, nachdem ein toter Eber am Strand südlich von Dannemare in Lolland angespült worden war. Die Angst der Dänen vor der Schweinepest erforderte schnelles Handeln.

Ein toter Eber trieb am Freitagnachmittag an der Küste südlich von Dannemare im Südwesten Lollands an Land. Normalerweise gibt es in Dänemark kaum freilebende Wildschweine. Daher wurde die Berdskabsesstyrelsen beauftragt, das Tier fachgerecht vom Strand zu entfernen.

„Wir wissen nicht, ob das Tier krank ist. Deshalb tragen die Bereitschaftsleute Schutzanzüge und stecken das Schwein in einen sogenannten Bodybag, um es der Entsorgung zu übergeben“, sagt Lars Schou, Kolumnist bei der Nationalt Beredskab (Nationalen Bereitschaft) der Beredskabsstyrelsen.

Der tote Eber wird in ein Bodybag gesteckt

Tote Wildschweine werden mit größter Vorsicht behandelt, da befürchtet wird, dass die Tiere Krankheiten wie die Afrikanische Schweinepest in sich tragen, die von Dänemark ferngehalten werden soll. Daher müssen die Tiere nach Vorgaben der Behörden so schnell wie möglich entfernt und entsorgt werden.

Lars Schou betont, dass es sich im konkreten Fall nur um eine Sicherheitsmaßnahme handelte. Dennoch trug die Sjællands (Seelands) Beredskabsstyrelsen Schutzanzüge, als sie das schwere Tier in einen Sack steckten und mitnahmen.

„Normalerweise gibt es in Dänemark keine Wildschweine – zumindest nicht viele. Dieser Eber muss aus dem Baltikum oder aus Deutschland gekommen sein“, sagt Lars Schou.

Im Zeitraum 2016 – 2018 hat die dänische Agentur für Katastrophenschutz insgesamt 817 Einsätze gehabt, um tote Tiere einzusammeln. Der Fund von Wildschweinen macht in der Regel nur wenige Exemplare pro Jahr aus, während meistens tote Vögel von der Berdskabsesstyrelsen entsorgt werden.

In Schutzanzügen wurde der Eber von der Berdskabsesstyrelsen entfernt.

Die nationale Berdskabsesstyrelsen holt die Tiere im Auftrag der dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde ab. Diese ist zuständig für den Fall, dass ein totes Tier gefunden wird. Dafür hat die Fødevarestyrelsen (Lebensmittelbehörde) eine App namens „VildsvineTip“ entwickelt.

„Fassen Sie das Tier nicht an und nehmen Sie es auf keinen Fall aus, wenn Sie ein totes Wildschwein finden. Verwenden Sie stattdessen unsere App VildsvineTip, mit der Sie den Fund eines toten Wildschweins melden können“, sagt Stig Mellergaard, Chefberater der dänischen Veterinär- und Lebensmittelbehörde.

„Die Wildschweine kommen entweder aus Polen oder aus Deutschland, wo einige von ihnen in den Wellen ertrinken. Es gibt einige Schilfinseln in den Flüssen, von denen die Schweine aus schwimmen, aber wo sie vom Strom mitgenommen werden können und in die Ostsee hinaus und nach Dänemark getrieben werden“, erklärt Stig Mellergaard.

Dass Wildschweine schwimmen, ist kein ungewöhnlicher Anblick. Im Jahr 2018 schwammen nicht weniger als 14 Wildschweine bei Flensburg an Land.

von

Günter Schwarz – 04.01.2020