Der Museumskomplex der Eremitage und der Winterpalast in Sankt Petersburg zählt zu den größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt (russisch Эрмитаж). Er ist ein zentraler Bestandteil der zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Sankt Petersburger Innenstadt. 

Im Archiv des Museums befinden sich fast drei Millionen Objekte, unter anderem archäologische Fundstücke sowie die neben dem Louvre und dem Prado bedeutendste Sammlung klassischer europäischer Kunst. In mehr als 350 Sälen sind etwa 65.000 Exponate ausgestellt.

Zu den ausgestellten Bildern gehören Werke holländischer und französischer Meister wie Rembrandt, Rubens, Matisse und Paul Gauguin. Außerdem sind zwei Gemälde des italienischen Universalgenies Leonardo da Vinci sowie im nahegelegenen Generalstabsgebäude 31 Gemälde des spanischen Malers Pablo Picasso ausgestellt. Das Museum beschäftigt etwa 2.500 Mitarbeiter von Kunsthistorikern bis hin zu Museumsführern und Wachpersonal.

Neben der bewegten Geschichte von der preußischstämmigen russischen Zarin Katharina II. erlebte das Eremitage auch die Leningrader Blockade von 1941 bis 1944 durch Hitlers Wehrmacht. In dieser Zeit evakuierten Mitarbeiter des Museums rund 2,5 Millionen Exponate und versteckten diese in privaten Kellern, Wohnungen und Eisenbahnwaggons. Zudem diente der Plast vielen Mitarbeitern und ihren Familien als Zufluchtsstätte. 

Es ist bekannt, dass die Mitarbeiter die leeren Rahmen der berühmten Werke im Museum hängen ließen, als Versprechen, dass die Kunst nach der Belagerung zurückkehren würde. Etwa 12.000 Menschen lebten während der Blockade in der Eremitage, um die Ausstellungsstücke zu retten und die Schäden der Sammlung durch Kälte und Bomben möglichst gering zu halten.

Der Gebäudekomplex wurde von 17 Artilleriegeschossen und zwei Fliegerbomben getroffen und schwer beschädigt. Die erste Ausstellung mit in der Eremitage verbliebenen Stücken wurde kurz nach Ende der Belagerung bereits am 7. November 1944 eröffnet; die offizielle Wiedereröffnung des Museums fand mit allen Ausstellungsstücken am 5. November 1945 statt. Die Renovierung des Gebäudekomplexes zog sich aber noch über mehrere Jahre hin.

Heute setzen ihm vor allem die großen Besuchermassen, die mangelnde Standfestigkeit auf dem Sumpfgebiet, auf dem sie einst von Zar Peter I. errichtet wurde, sowie die Feuchtigkeit direkt am Fluss Neva zu. Eine größere Sanierung erfolgte im Jahre 1984 und eine weitere im Jahre 2005. 

Noch heute haben viele Mitarbeiter ein besonderes Verhältnis zu „ihrem Museum“. Mitglieder der alten Petrograder Familie Shymkova, die nun in der 3ten Generation in dem Museum arbeiten, unterstützten die Sanierung im Jahre 2005 unter anderem mit erheblichen finanziellen Mitteln.