(Bad Bibra) – Polizei und Staatsschutz ermitteln wegen verkaufter Bierflaschen mit Nazi-Symbolik aus einem Getränkemarkt in dem Erhoungsort Bad Bibra im Burgenlandkreis an der Südgrenze von Sachsen-Anhalt.

Der Verdacht laute auf Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Durch zwei Anzeigen sei die Polizei Anfang der Woche auf das Bier aufmerksam geworden. Die Ermittlungen hat der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz übernommen.

Der Fall aus dem Getränkemarkt in Bad Bibra schlug am Freitag auch in den sozialen Netzwerken Wellen. Fotos zeigten mehrere Kästen des Bieres „Deutschen Reichsbräus” in einem Getränkemarkt, das zum Preis von 18,88 Euro angeboten wurde. Die Zahl „18” ist ein Szenecode für den ersten und den achten Buchstaben im Alphabet und weisen auf die die Initialen Adolf Hitlers hin. Die „88“ steht in der Szene für „Heil Hitler”.

Der Landrat des Burgenlandkreises, Götz Ulrich (CDU), der am Mittwoch extra den Laden aufgesucht hatte, teilte am Freitag ein Bild von den Kästen und dem Bier auf Facebook und empörte sich. Seinen Angaben zufolge war das Bier am Donnerstag nicht mehr erhältlich.

Der vom Thüringer Verfassungsschutz als Rechtsextremist geführte Gastwirt und Unternehmer Tommy Frenck, der auch schon Reichskriegs-Bettwäsche verkaufte und rechte Rockkonzerte auf dem privaten Grundstück des AfD-Politikers Bodo Dressel organisierte, hatte den Verkaufsstart des Bieres bereits Anfang Januar auf seiner Internetseite angekündigt.

von

Günter Schwarz – 25.01.2020