(København) – In Zukunft ist es nicht mehr erforderlich, an einem Staatsbürgerschaftstest teilzunehmen, um die dänische Staatsbürgerschaft zu erlangen. Eine Mehrheit im Folketing hat zugestimmt, die Staatsbürgerschaftsanforderungen für dänisch gesinnte Südschleswiger zu ändern. Dass geht aus einer Pressemitteilung des Ministeriums für Einwanderung und Integration hervor.

Heute ist es eine Voraussetzung, dass Südschleswiger, die in Dänemark leben und nach einfacheren Regeln die dänische Staatsbürgerschaft haben möchten, in Südschleswig geboren werden müssen. Diese Regelung gilt künftig auch für Bewerber aus Südschleswig.

„Die dänische Minderheit in Südschleswig gehört historisch zu Dänemark. Und ich finde es selbstverständlich, dass die dänisch gesinnten Südschleswiger, die dänische Staatsbürger werden wollen, die Möglichkeit haben, sich mit gelockerten Bedingungen zu bewerben“, sagt Außen- und Integrationsminister Mattias Tesfaye (Socialdemokraterne).

Die abgemilderten Regeln sehen vor, dass man in Dänemark das Erfordernis einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis nicht erfüllen muss. Sie müssen auch die Prüfung in Dänisch 3 oder die Staatsbürgerschaftsprüfung nicht bestehen, wenn sie eine dänische Schule besucht haben.

Die dänische Minderheit in Südschleswig ist die Bezeichnung für die dänisch gesinnte Volksgruppe, die im Norden des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein lebt. Es wird auch Südschleswig genannt.

Hinter dem Abkommen stehen die sozialdemokratische Regierung, die rechtsliberale Partei Venstre, die Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei), Det Konservative Folkeparti und die Liberal Alliance.

Die Änderungen werden voraussichtlich am 1. Februar wirksam.

von

Günter Schwarz – 27.01.2020