(Aabenraa) – Das sønderjyske (südjütländische) Großhandelsunternehmen Abena verzeichnet eine starke Nachfrage nach Gesichtsmasken zum Schutz vor dem Coronavirus. Der Ausbruch des Coronavirus hat dazu geführt, dass Menschen auf der ganzen Welt Hygienemasken horten.

Die Firma Abena in Aabenraa erhielt innerhalb weniger Stunden eine Million zusätzliche Bestellungen für die Gesichtsmasken, die in den Bildern über die Fernsehnachrichten derzeit in chinesischen Städten häufig zu sehen sind.

„Wir haben eine enorme Anzahl von Anfragen sowohl von bestehenden als auch von einer großen Anzahl potenzieller Kunden erhalten, die mit von Corona betroffenen Gebieten in Verbindung stehen“, sagt Jens Rønn Olesen, Abteilungsleiter bei Abena.

Es gibt mehrere Gruppen von Coronaviren. Die häufigsten Coronaviren verursachen Erkältungen und leichte Infektionen der Atemwege, und die meisten Menschen werden im Laufe ihres Lebens einmal oder mehrmals mit den häufigsten Arten von Coronaviren infiziert.

Im Jahr 2002 wurde dann in China in der Provinz Guangdong eine spezielle Variante des Coronavirus, dem Sars Virus nachgewiesen. Es infizierte sich von Mensch zu Mensch und verursachte einen weltweiten Ausbruch mit insgesamt etwa 8.000 Fällen, darunter etwa 800 Todesfälle im Zeitraum 2002-2003.

Seit Dezember 2019 hat eine neue Art von Coronavirus in der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei mehrere Fälle von Lungenentzündung verursacht. Nach Angaben der chinesischen Behörden verbreitet sich das Coronavirus weiterhin und hat inzwischen über 100 Menschen allein in der Provinz Hubai getötet. Somit liegt die Zahl der Todesopfer aktuell bei 106, wobei immer neue Fälle entdeckt werden.

Die Angst vor einer Infektion hat die Nachfrage nach Gesichtsmasken nach oben getrieben, und selbst für ein Unternehmen von der Größe Abenas ist es schwierig, mit dieser Nachfrage Schritt zu halten.

„Wir können die Nachfrage momentan überhaupt nicht befriedigen, weil wir keinen zusätzlichen Maskenvorrat haben und wir nicht schnell genug mehr Masken heranbekommen können“, sagt Jens Rønn Olesen.

Abena bekommt ihre Gesichtsmasken von Herstellern aus Osteuropa, und es dauert normalerweise bis zu sechs Monate von der Bestellung bis zur Lieferung. „Wir kaufen Waren auf der Basis des Bedarfs unserer bestehenden Kunden und konnten uns vor sechs Monaten noch nicht auf die Situation mit dem Coronavirus einstellen, die wir gerade erleben“, erklärt Jens Rønn Olesen.

Die Infektion mit dem Coronavirus erfolgt ähnlich wie bei der Grippe meist durch direkten Kontakt oder durch Tröpfchen, die sich durch Niesen oder Husten ausbreiten.

Coronavirus kann auch im Stuhlgang nachgewiesen werdden und eine Infektion durch Stuhl ist daher ebenfalls möglich. Eine gute Händehygiene ist somit wichtig, um Infektionen vorzubeugen.

In Dänemark wurden bislang keine Fälle diagnostiziert, und die nationale Gesundheitsbehörde schätzt, dass das Risiko einer Ausbreitung der Infektion innerhalb der Landesgrenzen nicht besteht, da das dänische Gesundheitssystem in der Lage sein wird, einzelne Fälle zu behandeln und weitere Infektionen zu verhindern.

Laut Jens Rønn Olesen will sich der Großhändler Abena in erster Linie auf seine bestehenden Kunden konzentrieren und diese weitgehend beliefern, soweit die Firma dazu in der Lage ist. „Wir versuchen, uns an die Lieferverträge zu halten, die wir bestätigt haben – wie an Krankenhäuser und andere. Wir möchten nicht riskieren, dass ein neuer Kunde unseren gesamten Bestand übernimmt, und deshalb handhaben wir die Gesichtsmasken im Moment sehr vorsichtig, weil es die erhöhte Nachfrage danach gibt“, erklärt er.

Neben China wurden Fälle des Virus auch in Japan, Südkorea, Taiwan, Thailand, Nepal, Vietnam, Kanada, Saudi-Arabien, Singapur, den USA, Australien, Frankreich und seit gestern Abend auch im bayerischen Starnberg bestätigt.

von

Günter Schwarz – 28.01.2020