(Esbjerg) – Die Schüler der 9. Klasse der Vitaskolen Bohr in Esbjerg müssen wegen des infektiösen Coronavirus ihre Klassenreise nach China absagen. Die Tickets nach China waren schon lange gebucht und die Schüler der Vitaskolen Bohr lernten gerade die ersten chinesischen Schriftzeichen.

Am 9. März wollte die Klasse in Esbjergs chinesische Patenstadt Suzhou nach China reisen. Eine Reise, für die sie seit fast drei Jahren gespart haben, die aber aufgrund des infektiösen Coronavirus nicht mehr zu realisieren ist.

„Wir sind alle ziemlich betrübt“, sagt Mathilde Ølgaard Jakobsen, die an der Vitaskolen Bohr in die 9. Klasse geht. Ihre chinesischen Gastgeberfamilien wagen es nicht, die Verantwortung für die Gesundheit der dänischen Schüler zu übernehmen.

Die chinesische Stadt Suzhou mit ihren rund 10,5 Million Einwohnern, die nach Einwohnern etwa 145mal so groß wie das 72.000 Einwohner zählende Esbjerg ist, liegt nahe Shanghai vor dem Ostchinesischen Meer – aber etwas mehr als 700 Kilometer von Wuhan entfernt, wo der erste Fall vom Coronavirus entdeckt wurde.

Aufgrund der Infektionsgefahr haben die chinesischen Gastgeber die Einladung zunächst abgesagt, da ihnen das Risiko zu groß ist, die gesundheitliche Verantwortung für die Schüler aus Esbjerg zu übernehmen. Darüber hinaus haben inzwischen auch die Fluggesellschaften ihre Flüge nach China eingestellt, und damit kann die Schule auch keine Schüler mehr nach China schicken.

„Wenn die Fluggesellschaften schon anfangen, ihre Flüge nach Shanghai abzusagen, wo wir hätten landen sollen, wird es sehr ernst“, meint Mathilde Ølgaard Jakobsen.

Die Stadt Suzhou liegt in der chinesischen Provinz Jiangsu und hat etwa 10,5 Million Einwohner.

Anfang dieser Woche haben die chinesischen Behörden beschlossen, auch die Schule in Suzhou zu schließen, die die Schüler aus Esbjerg hätten besuchen sollen. Aber die Schüler der 9. Klasse bleiben dennoch auch jetzt weiterhin mit den chinesischen Schülern in Kontakt.

„Die chinesischen Schüler sind auch traurig, dass wir sie nicht besuchen werden, und sie haben Angst vor dem, was jetzt passieren wird“, sagt Marie Christensen Vork aus der 9. Klasse.

In den kommenden Wochen will die 9. Klasse planen, wohin es jetzt gehen soll. Die Verärgerung, dass sie nach der jüngsten Entwicklung der Infektion nicht nach China kommen, legt sich langsam und wandelt sich zu einem erforderlichen Verständnis aufgrund der derzeitigen dortigen Situation.

„Ich versuche es positiv zu sehen, weil es in China nun einmal diesen Virus gibt, will ich dort nicht hin, weil es mich unsicher macht. Dann ist es schon besser, woanders hinzureisen“, sagt die Schülerin Liva Torbensen.

von

Günter Schwarz – 01.02.2020