(Assens) – Seit Montag sitzt der 51-jährige Monteur Palle Svensson nach seiner Evakuierung aus China isoliert in seinem freiwilligen Quarantäneheim.

Seit fast einer Woche ist das Haus in Assens Palle Svenssons Basis in größerem Maße als er es normalerweise gewohnt ist. Er ist seit Montag sein zu Hause nicht mehr verlassen. Und er zählt die Tage bis Freitag nächster Woche, wenn er wieder raus kann.

„Wir messen unsere Temperatur morgens und abends und melden sie der Styrelsen For Patientsikkerhed (dänische Agentur für Patientensicherheit). Sie rufen uns auch täglich an, um zu erfahren, wie es läuft und wie es uns geht“, sagt Palle Svensson aus seiner freiwilligen Quarantäne, die er mit seiner Freundin und ihrem Sohn teilt.

Als er am Montag aus der Stadt Wuhan in China evakuiert wurde, verließ er das Gebiet, in dem das gefürchtete Coronavirus erstmals entdeckt wurde und sich seitdem ausgebreitet hat. Zehntausende Menschen sind imzwischen infiziert und mahr als 800 Menschen sind shon daran gestorben.

„Wir reden jeden Tag über das Virus, aber wir können nichts dagegen tun“, sagt Palle Svensson.

Er arbeitet als Monteur der Firma Cabinplant in Haarby. Er war mit zwei anderen Kollegen von der Insel Fyn (Fünen) in Wuhan zusammen, um Maschinen für die Lebensmittelherstellung aufzustellen und einzurichten. Als China wegen des Coronavirus die Stadt zu sperren und zu isolieren begann, saßen die Installateure zunächst in ihrem Hotel fest und verfolgten die Entwicklung. Sie wurden dann schließlich nach Dänemark evakuiert.

Meine Freundin ist die einzige, die das Haus verlässt. Sie geht früh morgens einkaufen, wenn es noch nicht so viele Menschen in den Läden gibt. Sie und ihr Sohn mussten nicht unter Quarantäne gestellt werden, aber sie haben sich dazu entschieden, bei mir zu sein“, sagt Palle Svensson, der insbesondere in einem Bereich erleichtert ist. „Die Leute wissen inzwischen mehr über das Virus. Zunächst kam es zu harten Äußerungen, und dass wir in Gefahr wären. Jetzt aber wissen die Leute, worum es geht. Die ersten Tage der Panik sind vorbei. Und das ist gut so“, denkt Palle Svensson.

von

Günter Schwarz – 10.02.2020