(Rønne) – Ausländische Migranten könnten die Lösung sein, um den Fachkräftemangel und den Bevölkerungsrückgang auf Bornholm zu überwinden. So stellt beispielsweise Ayman Al Whebi eine der großen Waschmaschinen bei der Firma „Jensen Denmark“ in Rønne ein. Er stammt ursprünglich aus Syrien, wo er zum Elektromechaniker ausgebildet wurde.

Seine Ausbildung in Syrien wird in Dänemark nicht anerkannt, aber trotzdem bekam er eine Stelle in seinem Beruf als Elektriker bei Jensen Denmark, das große Maschinen für industrielle Wäschereien und Hotels herstellt. Er begann mit einem vierwöchigen Praktikum im Unternehmen und wurde dann fest angestellt. Jetzt arbeitet er seit drei Jahren in der Fabrik.

„Jensens Fabrik ist die beste Fabrik auf Bornholm. Und es ist der beste Ort, um in Dänemark zu arbeiten. Ich bleibe hier und arbeite. Ich passe auf meine Kinder und meine Familie auf, und vielleicht bleibe ich für den Rest meines Lebens auf Bornholm“, sagt Ayman Al Whebi.

Er ist einer der beiden Ausländer in seiner Abteilung bei der Firma „JensenDenmark“, in der eine Reihe von Ausländern beschäftigt sind. Das Industrieunternehmen arbeitet hart daran, seine dänischen Mitarbeiter und Auszubildenden durch Ausländer zu ergänzen, was notwendig ist, um alle ihre Stellen zu besetzen.

„Es besteht kein Zweifel, dass ausländische Arbeitskräfte auf lange Sicht ein Muss sind. Es gibt einige Engpässe auf dem Arbeitsmarkt. Besonders Facharbeiter im Handwerk sind eine davon. Ausländer sind daher sehr wichtig. Die Mitarbeiter sind Teil unserer Produktion sowie nötig für die Maschinen. Wenn wir die Arbeiter nicht haben, die wir zur Herstellung unserer Produkte benötigen, können wir nicht existieren. Deshalb ist es wichtig, dass wir auch Ausländer als Arbeitskräfte anziehen, aber nicht nur Ausländer“, sagt Morten Rask, Geschäftsführer bei „Jensen Denmark“.

In den letzten drei Jahren ist die Zahl der in Vollzeit beschäftigten Ausländer von 636 auf 749 gestiegen. Ausländer sind hauptsächlich im Gesundheits- und Sozialwesen (159 Personen), in der Landwirtschaft (104 Personen) und in der Industrie (175 Personen) beschäftigt. Und genau die Branche fordert immer mehr ausländische Arbeitskräfte, um alle freien Stellen zu besetzen.

Laut Kenn Kjellberg, Vorsitzender der Dansk Industri Bornholm, werden die Industrieunternehmen auf Bornholm in den nächsten Jahren zwischen 400 und 500 neue Mitarbeiter benötigen. Der Grund liegt im zunehmenden Wachstum der Unternehmen, aber auch darin, dass ein großer Teil der jetzigen Mitarbeiter bald in den Ruhestand gehen wird.

„Wir brauchen qualifizierte Arbeitskräfte. Wir können einfach nicht genug bekommen, und Bornholms eigene Demografie bedeutet, dass wir nicht genug Zuwanderer aus der dänischen Bevölkerung auf die Insel bringen können. Doch für die nächsten zehn Jahre stehen wir vor der Herausforderung, so viele Mitarbeiter wie möglich rekrutieren. Und es müssen die Menschen sein, die eine Ausbildung haben, die wir an unseren Arbeitsplätzen nutzen können“, sagt Kenn Kjellberg, Präsident der Dansk Industri Bornholm.

„Wir suchen qualifiziertes Personal, und wenn wir es im Land nicht bekommen können, müssen wir ins Ausland gehen. Wenn wir nicht die Arbeitskräfte bekommen, können die Unternehmen nicht genug produzieren, um den Status Quo aufrechtzuerhalten. Es gibt nicht genug Bornholmer, die eine industrielle Ausbildung suchen. Letztes Jahr hatten wir 126 Lehrstellen für alle schulabgehende Schüler garantiert, aber wir haben nur 56 davon besetzen können. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Anwerbungen jetzt etwas besser laufen, aber es reicht immer noch nicht aus, um den Bedarf an diesen 4-500 Mitarbeitern zu decken“, sagt er.

Über das Thema ausländische Arbeitnehmer sprach am Mittwoch das Debattenprogramm von TV 2/Bornholm Kenn Kjellberg, der Migrationsberater auf Bornholm, mit Rune Holm und den Zugezogenen Sascha Baasch, die es schwierig finden, einen Job als Finanzökonom auf der Insel zu finden. Darüber hinaus waren Erik Lund Hansen (Socialdemokraterne) und Brian Kofoed (Venstre / Rechtsliberale Partei), die beiden Kommunalpolitiker und Mitglieder des BRK-Ausschusses für Arbeit, Entwicklung und Freizeit in der Sendung, um das Ziel der Kommune zu diskitieren, über 42.000 Bewohner auf Bornholm zu erreichen.

Der Umzugsberater Rune Holm eröffnete die Debatte und sagte: „Ich denke auch, dass wir nach Deutschland gehen oder eine Reise nach Polen und in die baltischen Länder unternehmen müssen, um Mitarbeiter zu finden. Wir sind nicht genug und sehen selbst, wie viele ältere Menschen wir auf Bornholm haben.“

Kenn Kjellberg, Vorsitzender der Dansk Industri Bornholm, wies auf die auf der Insel lebenden Ausländer, zumeist Asylsuchende oder -bewerber als Arbeitskräfte als Lösung hin und um die 42.000 Bewohner Bornholms zu erreichen.

Der konservative Komunalpolitiker Brian Kofoed stimmte dem nicht zu. „Ich denke definitiv, wir müssen uns für das Ausland attraktiv machen. Ich hatte lange die Idee, eine Kooperationsvereinbarung mit einem geografisch abgelegenen Ort zu treffen, um von dort Arbeitskräfte anzuwerben. Es muss ein Ort sein, an dem sie genauso weit in der Bildung wie in Dänemark sind. Dies könnte beispielsweise Portugal sein, wo mehr als 20 Prozent den jungen Menschen über 25 Jahre arbeitslos sind. Wenn man die hier hochbringen könnten, wären wir weiter“, sagte Brian Kofoed.

Bei „Jensen Denmark“ nutzen sie unter anderem ihr internationales Netzwerk, um nach qualifizierten Mitarbeitern zu suchen. Das Unternehmen war auch in Deutschland, um sich bei potenziellen ausländischen Mitarbeitern vorzustellen.

„Wir bemühen uns darum, uns gegenüber Ausländern attraktiv darzustellen, und genauso machen wir es gegenüber Schulabgängern. Wir versuchen, uns positiv zu präsentieren und hoffen, dass sich jemand von uns angezogen fühlt“, sagt Morten Rask von „Jensen Denmark“.

Und alles deutet darauf hin, dass die Strategie, Asylbewerber einzustellen, funktioniert. Der syrische Elektriker Ayman Al Whebi hat keine Pläne, Bornholm zu verlassen. „Ich finde es hier gut. Ich denke, es ist der beste Ort in Dänemark. Es ist ein guter Ort für die Familie und für Kinder“, sagt er.

von

Günter Schwarz – 15.02.2020