In der Wikingerzeit konzentrierte sich das Machtzentrum Dänemarks auf die Regionen um Lejre und Roskilde im Zentrum der Insel Sjælland (Seeland). Was uns heute angeht, so haben wir viele Vorstellungen über die stolzen Menschen, die als Wikinger in die Geschichtsbücher eingingen. Aber passen sie wirklich? Obwohl die Wikingerzeit vor rund 1000 Jahren ihr Ende fand, sind wir immer noch fasziniert davon.

International flimmern TV-Serien über die „Vikings“ auf den Bildschirmen und im Zentrum Sjællands gedeiht das Interesse an Sagnlandet Lejre, dem Wikingerschiffsmuseum in Roskilde und in Gemeinden wie Frederikssund die „Vikingespil“ (Wikingerspiele). Aber wie waren die farbenfrohen Vorfahren der Dänen wirklich?

Hier sind fünf Vorstellungen, die die meisten von uns über die Wikinger haben – und die Antworten der Experten klären Sie darüber auf, ob sie halten.

1. Jeder kann ein Wikinger sein

Technisch gesehen nein. „Viking“ ist ein Statement-Wort – etwas, das jemand tut. Man „wurde ein Wikinger“, wenn man auf eine Seereise ging.

2. Die Wikinger waren Kämpfer mit Helm, scharfer Axt und festem Schild

Falsch. Die überwiegende Mehrheit der in der Wikingerzeit lebenden Menschen waren Bauern, Fischer oder Handwerker, auch in Lejre, das damals ein wichtiges Machtzentrum war. Nur ca. 5 Prozent der Menschen in Lejre zogen aus, um als Wikinger auf Plünderungsfahrten zu gehen.

3. Wikingerhelme haben Hörner

Wohl kaum. Es wurde nur ein Helm aus der Wikingerzeit gefunden, auf dem sich keine Hörner befanden.

Die Idee der Hörner entstand im 19. Jahrhundert, als sich Politiker, Künstler und Archäologen plötzlich wild für die Wikingerzeit interessierten. Künstler malten Bilder von Wikingern mit gehörnten Helmen, und Politiker nutzten die Zeit, um den Dänen eine klare nationale Identität zu vermitteln.

Frederikssund: Das „Vikingespil“ in Kalvøen in vollem Gange.

4. Männer und Frauen im Wikingerzeitalter waren muskulöse, rothaarige Typen

Lange Zeit, ja. Aufgrund ihrer harten körperlichen Arbeit waren die Wikinger im Allgemeinen muskulöser als wir es heute sind, genauso wie die Mehrheit der Wikinger rothaarig war. Neugier: Die Gesichtszüge von Männern und Frauen waren damals weitaus androgyner (ähnlicher) als heute.

5. Die Wikingerzeit endete, als die Dänen Christen wurden

In etwa wahr. Zumindest ging Harald Blåtand (Blauzahn) voran und ließ sich taufen. Kurz darauf verlegte er das Königreich von Lejre nach Roskilde, um die neue christliche Ära und seine eigene Bedeutung als König zu markieren.

Unsere Hauptstadt – Mathias Høgh führt uns zurück in die faszinierende Geschichte der Hauptstadt.

Also gab es die Wikingerzeit wirklich, aber die Dänen ließen Odin und Thor fallen, da praktisch kaum einer unter ihnen ein Krieger war und keine Hörner an einem Helm trug. Folglich hat die Wikingerzeit somit ein wenig Probleme, dem Wikinger-Hype gerecht zu werden – aber niemand muss es den Touristen sagen, die daran glauben wollen.

von

Günter Schwarz – 23.02.2020