(Odense) – Eine Drohnenpartnerschaft zwischen der Syddansk Universitet (SDU) in Odense und dem Odense Universitetshospital (OUH) führte dazu, dass Drohnen außer der Sichtweite ihres Piloten fliegen durften. Die Drohne wird in Zukunft mit Blutuntersuchungen und Medikamenten fliegen und diese anliefern.

Blutuntersuchungen und Medikamente, die von Drohnen angeliefert werden, scheinen ein unwirkliches Szenario zu sein. Das ist aber derzeit noch nicht der Fall. Eine Partnerschaft bestehend aus SDU, OUH, Falck, Holo, Unifly und Scandinavian Avionics steht im Rahmen des HealthDrone-Projekts zur Entwicklung von Drohnen für den Transport von Blutproben und Medikamenten zwischen der InselÆrø und den Städten Svendborg und Odense.

Ein wichtiger Meilenstein wurde erreicht, denn einer HealthDrone wurde gestattet, die ersten routinemäßigen Testflüge durchzuführen, bei denen die Drohne so weit weg fliegt, dass sie vom Piloten nicht mehr gesehen werden kann. „In Dänemark wurden bisher nur wenige Genehmigungen erteilt. Wir sind das Projekt, das die meisten Flüge außer Sichtweite geflogen hat“, erklärt der Drohnenwissenschaftler an der SDU Kjeld Jensen.

Für das Projekt konnte HealtDrone keine geeignete Drohne auf dem Markt finden, daher haben sie stattdessen ihre eigene gebaut. „Wir müssen herausfinden, wie zuverlässig eine solche Drohne ist. Denn wenn wir sie aussenden, um über Felder und Städte zu fliegen, müssen wir sicherstellen, dass es nicht herunterfällt und Menschen verletzt oder gar tötet“, sagt Dozent Kjeld Jensen.

Das Team hinter HealthDrone hält die Drohne daher stundenlang in der Luft, bis etwas schief geht. Dann lösen sie das Problem und schicken die Drohne wieder auf. Die größte Herausforderung für die Drohne ist jedoch der Luftraum, denn hier kann man sie nicht sehen, weil auch viele kleinere Flugzeuge ohne Ortungs- oder Funkausrüstung herumfliegen.

Mit der neuen Genehmigung können Bürger, die in der Nähe des Flughafens HCA leben, ungefähr zweimal pro Woche Gesundheitsdrohnen außerhalb des Flughafenzauns entdecken. Die Drohnen fliegen jedoch immer noch in einem geschlossenen Luftraum. Später werden die Drohnen auch am offenen Himmel getestet, wo eine Strecke zur Insel Ærø der erste Flug sein wird.

„Wir wollen wirklich Orte anliegen, an denen es Sinn macht, in die Nähe von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und so weiter. Wir haben beschlossen, dass der erste Zielort zum Anfliegen auf Ærø liegen soll“, sagt Kjeld Jensen.

von

Günter Schwarz – 11.03.2020