Normalerweise pilgern ausländische Touristen geradezu nach Dänemark, aber aufgrund von COVID-19 sind die Ferien- und Sommerhäuser des Landes jetzt leer. Nun hofft die Branche, dass die Dänen dieses Jahr in Dänemark bleiben und zumindest sie ihre Ferien in den freistehenden Häusern verbringen.

Nachdem die Regierung am Freitag, dem 13.03., beschlossen hatte, alle Grenzübergänge nach Dänemark am dtauffolgenden Samstagmittag um 12:00 Uhr zu schließen, wurde dieses von Vermietern von Ferienhäusern in Dänemark zutiefst bedauert.

Besonders die Deutschen freuen sich über einen Urlaub in Dänemark, und genau diese machen auch die überwiegende Mehrheit der Buchungen von Ferienhäusern im Land aus. Nach der Entscheidung, die Grenze zu schließen, wurden alle Buchungen ausländischer und insbesondere deutscher Gäste storniert.

Die Agentur „Novasol“, die Ferienhäuser vermietet, wird voraussichtlich bis zum 13. April über 100.000 Übernachtungen aufgrund der Grenzschließung verlieren. „Die Folgen sind jedoch weitaus größer“, sagt Jesper Johansen, Direktor bei „Novasol“ und fährt fort: „Dieses ist eine sehr ernste Situation für uns, unsere Gäste und unsere Hausbesitzer. Ich versuche, Gäste für später im Jahr umzubuchen, um ihnen bestmöglich zu helfen.“ „Novasol“ bietet seinen Gästen laut Jesper Johansen die Möglichkeit, ihre Reisen und Aufenthalte auf einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2020 umzubuchen.

Auch „DanCenter“ versucht derzeit, ausländische Urlaubsgäste für andere Zeiträume im Jahr 2020 umzubuchen. Es ist die Unsicherheit über die Entwicklung von Covid-19 und die damit verbundene Grenzschließung, die viele ausländische Touristen dazu veranlasst, ihre Sommerferien in Dänemark abzusagen.

Bei „Feline Holidays“ A/S buchen trotz der vielen abgesagten Osterferien ausländischer Gäste mehrere Dänen die frei gewordenen Ferienhäuser. „Ich kenne die genaue Zahlen nicht, aber ich würde vermuten, dass 50 Prozent der kurzfristigen Buchungen Kopenhavnerne sind. Es ist besser, Familien in einem Ferienhaus mit 1.000 Quadratmetern Land in Quaratäne zu halten als in einem Zwei-Zimmer-Apartment in Nørrebro“, sagt Allan Maul, Direktor von „Feline Holidays A/S“.

Bei „Novasol“ weiß man, dass es eine große Herausforderung sein wird, die Lücke zu schließen, die ausländische Gäste hinterlassen, wenn sie sich dieses Jahr von Dänemark fernhalten. Daher haben sowohl „Novasol“ als auch „Feline Holidays A/S“ auch eine gemeinsame Bitte an die Dänen.

„Wir möchten die Dänen ermutigen, dieses Jahr ihre Ferien in Dänemark zu verbringen. Der Besitzer eines Ferienhauses ist in der Regel eine gewöhnliche dänische Familie, die die Mieteinnahmen benötigt. Der Aufenthalt in den Ferienhäusern wird auch den Kaufleuten, Restaurants, Eisdielen usw. des Ferienhaus-Gebiets zugute kommen, was sonst eine düstere Zeit für sie wäre“, sagt Allan Maul.

„Novasol“ hat rund 10.000 Ferienhäuser in Dänemark, und auch hier hofft man, dass die Dänen sich entscheiden, ihren Urlaub in diesem Jahr in Dänemark zu verbringen. „In erster Linie folgen wir den Anweisungen der Behörden. Wenn die Situation sich erst zu einem späteren Zeitpunkt stabilisiert, was durchaus zu erwarten ist, sollten die Dänen auf jeden Fall überlegen, ob ein Sommerurlaub in Dänemark am Meeres und in der Natur eine Option sein könnte“. sagt Jesper Johansen.

von

Günter Schwarz – 21.03.2020