Die Preiserhöhung für Tabak ist Teil des Finanzgesetzes für dieses Jahr. Ziel ist unter anderem, weniger Kinder und Jugendliche zum Rauchen zu bringen. Der Tabakpreis wird am 1. April steigen. In Zukunft kostet eine Packung Zigaretten 55 Kronen (7,37 Euro). Andere Tabakprodukte werden ebenfalls teurer. Bisher hat eine Packung Zigaretten 40 – 50 Kronen (5,36 – 6,70 Euro) gekostet.

Damit wird die erste von zwei geplanten Preiserhöhungen für Tabakerzeugnisse in Dänemark eingeführt. Sie wurden beide im Dezember 2019 im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Finanzgesetzes für dieses Jahr beschlossen. Im Jahr 2022 wird der Preis wieder steigen, so dass ein Paket 60 Kronen (8,03 Euro) kostet.

Laut der Lungeforeningen (Lungenvereinigung) kann der Preisanstieg zu einer stärkeren Raucherentwöhnung führen. „Ich bin mir sicher, dass höhere Preise zu einer Raucherentwöhnung und einem allgemeinen Gespräch in der Familie führen können“, sagt Anne Brandt, Direktorin der Lungeforeningen.

67 Prozent der Dänen halten es für eine gute Idee, den Tabakpreis zu erhöhen, wie eine Umfrage vom Dezember 2019 im Auftrag der Dänischen Krebsgesellschaft TrygFonden, Lungeforeningen und Hjerteforeningen zeigt. In derselben Umfrage waren 12 Prozent gegen die Entscheidung.

Obwohl die Unterstützung der Tabakpreiserhöhung vornehmlich von Nichtrauchern stammt, äußerten sich auch 41 Prozent der Raucher positiv über einen höheren Zigarettenpreis. Mehrere Parteien waren sich nicht einig darüber, wie stark der Tabakpreis steigen sollte und ob er überhaupt steigen sollte. Die rechtspopulistische Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) und die Liberal Alliance wollten keine Erhöhung, während die Socialistisk Folkeparti gern eine Erhöhung und damit um eine Verdoppelung des Preises um 50 Kronen (6,70 Euro) pro Paket gesehen hätten.

Die Alternativet wären für 80 Kronen (10,71 Euro) pro Packung Zigaretten, während die Radikale Venstre einen Preis von 90 Kronen (12,05 Euro) vorschlug. Die Det Konservative Folkeparti, die Einhedslisten und die Venstre (Rechtsliberale Partei) stimmten einer Erhöhung auf 60 Kronen (8,03 Euro) zu.

Die Preiserhöhung für Tabak ist Teil des Finanzgesetzes für dieses Jahr und dient unter anderem dazu, das Rauchen bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern. Und obwohl die Preiserhöhung am unteren Ende endete, ist die Entscheidung, die Tabakpreise zu erhöhen, richtig, glaubt TrygFonden.

„Wir freuen uns und unterstützen höhere Tabakpreise – sowohl politisch als auch in der Bevölkerung. Denn der Preis ist sehr wichtig dafür wie viele junge Leute anfangen zu rauchen. Daher sollte der Tabakpreis nicht kinderfreundlich sein“, sagte Jette Jul Bruun, stellvertretende Direktorin von TrygFonden.

„Aber es kann noch besser werden“, sagte Mette Lolk Hanak, die Leiterin der Prävention in der Dänischen Krebsgesellschaft. „Diese gute Tat wird zweifellos dazu führen, dass weniger Kinder und Jugendliche mit dem Rauchen beginnen. Unser Ziel ist es jedoch, dass bis 2030 gar keine Kinder und Jugendlichen mehr rauchen. Wenn wir unser Ziel erreichen wollen, muss der Preis noch höher steigen. Auf etwa 90 Kronen (12,05 Euro), genau wie in Norwegen, wo nur wenige Menschen rauchen“, sagte Mette Lolk Hanak.

von

Günter Schwarz – 31.03.2020