(Fredericia) – Es ist schwer zu übersehen. Das Kreuzfahrtschiff „AIDAmar“ befindet sich am Kai im Hafen von Fredericia. Vier Wochen lang müssen die 479 Besatzungsmitglieder auf dem Kreuzfahrtschiff bleiben.

Es ist keine Seltenheit für Kreuzfahrtschiffe, in Fredericia Havn zu liegen, aber in diesen Coronazeiten ist es anders für das 71.300 Tonnen große Schiff „AIDAmar“ der britisch-amerikanischen „Carnival Corporation & plc.“, die für die deutsche „AIDA Cruises“ fährt.

Es sind keine Passagiere an Bord. Es sind noch nicht mehr als 14 Tage, die die 479 Besatzungsmitglieder auf dem Schiff sind und nicht an Land gehen dürfen. Das verbietet das Coronavirus.

„Unter der Besatzung könnte jemand ansteckend sein. Aber auch kann die Besatzung durch Verlassen des Schiffes einer Infektion ausgesetzt werden. Um der Besatzung willen müssen sie an Bord bleiben“, sagt Rune Rasmussen, Direktor der Hafengesellschaft ADP, die den Hafen von Fredericia betreibt.

Das Coronavirus hat mehrere Reisen des Kreuzfahrtschiffes vorzeitig beendet, weshalb es zunächst in Bremerhaven festmachen musste. Das 253 Meter lange Schiff musste jedoch den Hafen verlassen, da sein Liegeplatz dringend für Frachtschiffe benötigt wurde.

„Bremerhaven musste es verlassen, da es ein sehr großer und wichtiger Hafen für die Versorgungssicherheit ist. In der Situation, in der wir uns gerade befinden, haben die Frachtschiffe Vorrang“, sagte Rune Rasmussen. Er erwähnte auch, er habe nicht gezögert, dem Schiff Hilfe anzubieten, da das Schiff eine andere Option finden musste.

„Im Moment müssen wir uns gegenseitig helfen und die ,AIDAmar‘ braucht Hilfe. Wir können dem begegnen, und darum geht es erst einmal für vier Wochen“, sagt der Direktor und fügt hinzu, dass die Wahl des Hafens von Fredericia ein Kapazitätsproblem war. „Der Grund dafür ist, dass es sich um ein langes Schiff handelt und daher einen entsprechenden Liegeplatz und eine Wassertiefe benötigt, was viele andere Häfen in der Region ausschließt.“

Das Kreuzfahrtschiff wird vermutlich vier Wochen im Hafen liegen bleiben. Weil die Besatzung nicht an Land darf, kann sie einen Teil ihrer Zeit damit verbringen, ihre Verwandten zu kontaktieren. Es wurde nämlich eine gute WLAN-Verbindung zum Schiff hergestellt.

von

Günter Schwarz – 04.04.2020