(Tinglev) – Die dänische Regierung gab am Montagabend auf einer Pressekonferunz durch die Regierungschefin Mette Frederiksen (Socialdemokraterne) bekannt, dass sie das Risiko prüft, ob Menschen weiterhin zur Arbeit nach Dänemark einreisen dürfen. Dieses gibt in sønderjyske (südjütländischen) Unternehmen Anlass zur Sorge.

Auf dem Weg durch die dänisch-deutschen Grenze kann es weitere Einschränkungen geben. So klang es bei der Ankündigung der Statsministerin am Montagabend.

„Die Grenzen bleiben bis zum 10. Mai geschlossen, so dass wir uns vor Infektionen von außen schützen. Aus diesem Grund prüfen wir auch, wie wir das Risiko minimieren können, das entstehen kann, wenn Menschen zur Arbeit nach Dänemark einreisen“, sagte Mette Frederiksen auf der Pressekonferenz am Montag, auf der eine teilweise Wiedereröffnung Dänemarks vorgestellt wurde.

Diese Aussage beunruhigt Unternehmen in Sønderjylland (Südjütland), in die täglich viele Deutsche zur Arbeit pendeln.

In Tinglev befindet sich die Contiga-Fabrik, in der landesweit Betonelemente für Baustellen hergestellt werden. Hier sind 200 Mitarbeiter Deutsche, die alle 12 Kilometer und mehr über die Grenze fahren, um in Dänemark zu arbeiten. Sie machen den größten Teil der Mitarbeiter in der Fabrik in Tinglev aus, denn mit insgesamt 300 Mitarbeitern bei Contiga würde dieses We rk schwer getroffen werden, wenn die Grenze für Pendler aus dem Nachbarland geschlossen wird.

„Wenn meine Mitarbeiter aus Deutschland nicht zum Unternehmen gelangen können, müssen wir die Fabrik schließen“, sagt Direktor Karsten Rewitz.

Laut Angaben der Region Syddanmark (Süddänemark) pendeln täglich insgesamt 14.000 Norddeutsche über die Grenze. Infolgedessen ist Contiga nicht der einzige Betrieb, der sich mit Bedenken befasst, wohin zusätzlichen Einschränkungen führen könnten.

Der Bürgermeister der Kommune Tønder, Henrik Frandsen (Venstre / Rechtsleberae Partei), ist ebenfalls besorgt über das Risiko, dass die Regierung die dänisch-deutsche Grenze auch für Pendler schließen könnte. Er hofft daher, dass die Statsministerin berücksichtigt, dass die dänische und die deutsche Situation sehr ähnlich sind.

„Deutschland hat die Kontrolle über die Coronasituation, während in Schweden ein anderer Ansatz gewählt wurde, der nicht zum dänischen passt. Deshalb appelliere ich an die Statsministerin, und ich betone, wenn sie an einer weiteren Grenzschließung arbeitet, muss sie berücksichtigen, dass es sich hier in Sønderjylland um eine andere Situation handelt“, sagt Henrik Frandsen.

Die Einschränkung, wer über die Grenze fahren darf, wird nicht nur das Werk in Tinglev treffen, glaubt der Firmenchef. Denn wenn ihre Produktion eingestellt werden muss oder auf niedrigeren Niveau laufen muss, können sie 60 Baustellen im ganzen Land nicht mehr mit Material versorgen.

„Dann können wir keine Elemente mehr liefern, dann werden Baustellen blockiert, und dann trifft es die Mitarbeiter und Handwerker auf den Baustellen. Daher brauche ich natürlich keine Antwort darauf, ob es hier an der Grenze weitere Einschränkungen gibt. Und wenn ja – wie sehen sie aus?“ fragt Karsten Rewitz.

Das Arbeitsministerium teilte am Mittwoch mit, dass es an einem der kommenden Tage eine Ankündigung über weitere Maßnahmen an der Grenze bekanntgeben wird.

von

Günter Schwarz – 08.04.2020