(Fredericia) – Arlette Andersen überlebte das KZ Auschwitz. Sie wurde von der Königin für die Verbreitung des Wissens über den Holocaust geehrt. Deshalb hat Dronning Margrethe II. die 95-jährige Arlette Andersen mit dem Ridderkors (Ritterkreuz) ausgezeichnet.

Die ehemalige Gymnasiallehrerin stammt aus einer jüdischen Familie und überlebte als junges Mädchen das Vernichtungslager Auschwitz.

Sie wurde in Frankreich geboren, kam aber nach dem Zweiten Weltkrieg nach Dänemark. Hier heiratete sie Ole Andersen und ließ sich in Fredericia nieder, wo beide mehrere Jahre lang als Lehrer am Fredericia Gymnasium tätig waren.

Arlette Andersen wurde für ihre Arbeit zur Verbreitung des Holocaust-Bewusstseins geehrt, schreibt die Tageszeitung „JydskeVestkysten“. Es wird der Bürgermeister von Fredericia Jacob Bjerregaard (Socialdemokraterne) sein, der ihr das Ridderkors überreicht. „Ich bin stolz darauf, die Ehre zu haben, Arlette Andersen das Ridderkors zu übergeben“, sagt er der „JydskeVestkysten“.

Arlette hat viele tausend junge Menschen unauslöschlich beeindruckt, die sie von ihren entsetzlichen Erfahrungen während des Zweiten Weltkriegs erzählen hörten. Wir dürfen niemals die schrecklichen Ereignisse und Missbräuche gegen die Menschlichkeit vergessen, die in den Vernichtungslagern der Nazis stattgefunden haben. „Arlette hat dazu einen wertvollen und sehr authentischen Beitrag geleistet“, sagt Jacob Bjerregaard.

Arlette Andersen wurde 1924 geboren und als junge Studentin gefangengenommen und nach Auschwitz gebracht. In den ersten Jahren sprach sie nie über die Zeit im Lager. Nicht einmal mit ihrer eigenen Familie, aber nach ihrer Pensionierung begann sie im ganzen Land Vorträge zu halten. Insbesondere viele Schüler haben die Schrecken aus ihrem Munde miterlebt, denen sie ausgesetzt war.

Im Januar feierte sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Ritzau“ den 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Dabei sagte sie, sie begrüße besonders das Interesse, das sie bei den jungen Menschen zu dem Thema gefunden habe. „Ich hoffe, dass sie verstehen, wie gefährlich es ist, bis zum Äußersten zu gehen, egal ob Sie ganz rechts oder ganz links stehen“, sagte sie.

Es wurden bereits mehrere Bücher über Arlette veröffentlicht und auch ein Film über sie produziert.

von

Günter Schwarz – 17.04.2020