Wenn Sie bereits einen quälenden Lagerkoller verspüren, gibt es schlechte Nachrichten vom Statens Serum Institut. Wir können davon ausgehen, dass wir noch lange mit sozialer Distanz leben werden.

Die Dänen müssen damit rechnen, mindestens ein Jahr lang soziale Distanz und damit einen Mindestabstand voneinander zu wahren. Dieses ist die Meinung von Kåre Mølbak, einem Direktor am Statens Serum Institut, dem dänischen Equivalent zum deutschen Robert Koch Institut, in einem Interview mit der großen dänischen Tageszeitung „Berlingske“.

Es sind unter anderem große Konzerte, Theateraufführungen, Umarmungen, Händedrucke und der enge Kontakt zu anderen, die auf lange Sicht vermieden werden müssen, glaubt er. Es kann mindestens ein Jahr dauern, bis wir einen wirksamen Impfstoff gegen COVID-19 haben, weshalb Kåre Mølbak auch erwartet, dass so lange soziale Distanz erforderlich ist.

„Es bedeutet, dass wir uns nicht für die Tätigkeiten am Arbeitsplatz verkleiden müssen und dass wir uns von Händedrücken, Umarmungen und Begrüßungsküßchen verabschieden müssen. Auf der anderen Seite können sich die Menschen auf andere Weise treffen. Zum Beispiel über Skype, Zoom oder andere Instant-Messaging-Dienste, wie es heute bereits viele tun“, erzählt Kåre Mølbak der Zeitung.

Er fügt hinzu, dass alternative Möglichkeiten für die Ausrichtung wichtiger kultureller und sportlicher Veranstaltungen erforderlich sein könnten. „Natürlich können wir nicht alles abschalten, bis wir einen Impfstoff haben, aber dieses muss unter der Bedingung erfolgen, dass die Menschen Abstand halten können. Aber es gibt wahrscheinlich auch einige Dinge, die erst wieder aufgenommen werden können, wenn wir einen Impfstoff haben.“

Entscheidend ist, wann ein Impfstoff gefunden werden kann. Behörden und Fachleute haben zuvor geschätzt, dass es ein bis eineinhalb Jahre dauern kann, bis ein Impfstoff gefunden ist, der gegen das Coronavirus wirksam schützt.

Diese Ansicht wird auch von einer Reihe von Experten unterstützt, mit denen „Berlingske“ gesprochen hat. Allan Randrup Thomsen, Virusprofessor an Københavns Universitet, glaubt, dass Treffen mit älteren Menschen, Fernreisen und Fußballspiele ebenfalls lange Zeit begrenzt sein wird „Wenn die gesamte Strategie darauf basiert, sich nicht gegenseitig zu infizieren, ist es auch sehr wichtig, dass wir keine Besucher aus Ländern bekommen, die stark vom Coronavirus betroffen sind“, sagt er.

von

Günter Schwarz – 20.04.2020

Foto: Statens-Serum-Institut