(Rødhus / Hirtshals) – Im Moment gibt es viele tote Seevögel am Strand zwischen Rødhus und Hirtshals. Bis zu 100 tote Sohlen werden an der Westküste in Nordjylland (Nordjütland) an Land gespült. Dieses meldet die Dansk Ornitologisk Forening (Dänische Ornithologische Vereinigung).

„Neulich habe ich auf einer Strecke von ungefähr 20 Kilometern von Rødhus nach Grønhøj bis zu 60 tote Seevögel gesehen, als ich meine tägliche Strecke entlang der Küste fuhr“, sagt Ditte Øelund, die in Blokhus lebt, zu „dof.dk“.

Die Naturstyrelsen (Naturschutzbehörde) hat einige der toten Vögel eingesammelt, um die Todesursache zu klären. Laut Knud Flensted, Biologe bei der Dansk Ornitologisk Forening, gibt es derzeit zwei Hypothesen. „Wir haben einige Aussagen von einigen Fischern erhalten, die uns mitteilen, dass in letzter Zeit in der Gegend viel mit den sogenannten Iso-Netzen nach Steinbeißern gefischt wurde, und sie haben auch einige Vögel in den Netzen gefangen.

Laut Knud Flensted ist beispielsweise die Möwe kein besonders „kluger“ Vogel. Es taucht gern in Netzen nach Fischen und kann sich so darin verwickeln und selbst ertrinken.

Tote Möwen nach vielen Tagen im Wasser

„Es gibt Geschichten, dass Fischer früher ein Brett mit einem neben das Boot befestigten Fisch bemalt haben. Dann haben Möwen nach dem Brett getaucht und sind im Stutzflug so hart darauf getroffen , dass der Schnabel feststeckte. Damit konnten die Fischer sowohl das Brett als auch den Vogel aus dem Wasser ziehen.

Laut dem Biologen kann das Fischen auf Wels auch eine mögliche Erklärung für die vielen toten Seevögel sein, die letzte Woche auf Læsø gefunden wurden. Hier wurden neben Möwen auch einige schwarze Enten, Eiderenten und Kormorane auf Læsø angespült.

Eine andere mögliche Erklärung für die vielen toten Vögel könnte sein, dass kürzlich einige tote Fische an der Harboøre Tange bei Nissum Bredning gefunden wurden. Es ist nicht weit von Høfde 42 entfernt, wo die berüchtigten Giftablagerungen von der „Cheminova“ ins Wasser verklappt wurden.

Die Vögel könnten ebenso nach dem Verzehr von vergiftetem Fisch gestorben sein, aber diese Erklärung will nicht einmal Knud Flensted für realistisch halten. Wenn die Seevögel jedoch vergiftet wurden, wird sich dieses erweisen, wenn die Untersuchung der Naturstyrelsen abgeschlossen sein wird.

von

Günter Schwarz – 22.04.2020