(Kiel) – Seit Ende März beschäftigt eine Raubserie auf Senioren im Bereich Gaarden die Kieler Polizei. Insgesamt kam es zu 16 Raubtaten auf ältere Menschen, die in den meisten Fällen mit einem Rollator unterwegs waren. Zwei Tatverdächtige kamen nun nach gemeinsamen Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft nach vorläufigen Festnahmen auf frischer Tat in Untersuchungshaft.

Die Täter passten die Senioren teilweise auf der Straße oder gar im eigenen Treppenhaus ab. In einigen Fällen fuhren sie mit einem Fahrrad an ihnen vorbei und entrissen die Handtaschen. In anderen Fällen schubsten sie ihre Opfer zu Boden, um an die Wertgegenstände zu gelangen. Einige der Senioren stürzten bei den Überfällen und trugen leichte Verletzungen davon.

Donnerstag erfolgte die erste Festnahme durch Polizeibeamte des Brennpunktdienstes des 4. Reviers. Die Beamten nahmen zwei 39 und 36 Jahre alte Tatverdächtige unmittelbar nach einer Raubtat in Gaarden fest.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel kam es Freitag zur Vorführung bei einem Haftrichter. Dieser erließ antragsgemäß Untersuchungshaftbefehl, der sofort vollstreckt wurde. Der andere Tatverdächtige kam mangels ausreichender Beweise wieder auf freien Fuß.

Sonntag fiel der vorerst entlassene Tatverdächtige abermals auf und konnte nach zwei Raubtaten auf Senioren erneut von Kräften des 4. Polizeireviers festgenommen werden.

Er wurde Montagnachmittag auf Antrag der Kieler Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Untersuchungshaftbefehl, der sofort vollstreckt wurde.

Beide Tatverdächtige sind der Polizei hinreichend bekannt. Der 36-Jährige war erst seit Anfang März nach Verbüßung einer Haftstrafe wieder auf freiem Fuß, sein mutmaßlicher Komplize wurde Mitte 2019 aus der Haft erlassen.

Das Kommissariat 13 der Kriminalpolizei führt die weiteren Ermittlungen gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Kiel.

Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Kiel vom 28.04.2020 um 11:47 Uhr

überarbeitet und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 28.04.2020