(København) – Am 15. Mai wird Deutschland schrittweise seine Grenze zu Dänemark öffnen. Aber umgekehrt passiert es kaum. Justizminister Nick Hækkerup (Socialdemokraterne) ist bekannt, dass eine Reihe von Bürgermeistern der Ferienregionen den Wunsch geäußert haben, die dänische Grenze für deutsche Touristen zu öffnen.

Der Tourismus leide unter der Coronakrise, aber die Öffnung der Grenzen werde dennoch nicht sofort geschehen, wobei er sich auch für die Geduld der deutschen Touristen bedankte, antwortete Hækkerup im Folketing zu einer Frage von Venstres Ulla Tørnæs zu diesem Thema wie folgt: „Da die Situation derzeit so ist, sollten Touristen meiner Meinung nach nicht in das Land reisen können, was möglicherweise zu einer Infektionverbreitung führen könnte.“

„Das heißt natürlich, es ist weder die Regierung noch mein Wunsch, die Grenze länger als nötig geschlossen zu halten. Aber wir müssen abwarten, bis die Ergebnisse der gesellschaftlichen Öffnungen, die bereits stattgefunden haben, vorliegen, bevor wir weitere Initiativen ankündigen“, sagte Hækkerup.

Ulla Tørnæs der Partei Venstre (Rechtsliberale Partei) nutzte die Fragestunde des Ministers im Folketing.

Die Ankündigung des Ministers kommt, nachdem die deutsche Seite bald die Grenze nach Dänemark öffnen wird – also von deutscher Seite.

So hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) überzeugt, ab dem 15. Mai schrittweise die Einreise von Dänemark nach Deutschland zu ermöglichen. Die „Flensborg Avis“ schrieb darüber Anfang dieser Woche, nachdem die Zeitung mit Daniel Günthers Pressechef gesprochen hatte.

Gegenwärtig verhandeln die Folketing-Parteien über die weitere Wiederöffnung Dänemarks. Am heutigen Mittwochabend treffen sich die Parteiführer, um die sogenannte Phase 2 der Wiederöffnung zu besprechen. In Phase 1 wurden unter anderem Kinderkrippen, Kindergärten, die Schule für die jüngeren Schüler und eine Reihe Berufe wie Friseure geöffnet.

Tørnæs erinnerte den Justizminister daran, dass es eine politische und keine gesundheitliche Entscheidung war, die Grenzen zu schließen. Und sie fügte hinzu, dass die Tourismusbranche täglich 107 Millionen Kronen (14,43 Mio. Euro) verliert, weil die Deutschen unter anderem die Ferienhäuser in Dänemark nicht nutzen können.

Laut Hækkerup hat Wirtschaftsminister Simon Kollerup (Socialdemokraterne) einen Dialog mit der Tourismusbranche darüber aufgenommen, wie eine Öffnung auf verantwortungsvolle Weise erfolgen kann.

von

Günter Schwarz – 06.05.2020