(Smedager) – Die Suche nach dem männlichen Storch „Tommy“ wurde eingestellt. Die Storchexperten erklären ihn für tot.

Der männliche Storch Tommy wird für tot erklärt. Seit Samstagabend wurde er nicht mehr am Nest des Storchenpaares gesehen, und eine umfangreiche Suche hat sich als erfolglos erwiesen. Weder lokale Helfer noch Storchexperten haben trotz intensiver Suche „Tommy“ gefunden, der seit sechs Jahren treu im Nest in Smedager erschien, um mit seiner Partnerin „Annika“ für Storchennachwuchs zu sorgen.

Dieses führte nun dazu, dass „Storkene.dk“ reagierte. „Wir erklären ihn für tot. RIP (Ruhe in Frieden) Und danke für alles“, sagt Jess Frederiksen, Vorsitzender von „Storkene.dk“.

Er erklärt, dass der Verein täglich Dutzende von Anfragen von wohlmeinenden Menschen erhält, die glauben, den vermissten männlichen Storch gesehen zu haben. „Wir danken Ihnen für alle Bilder und Anfragen, aber die Leute müssen keine Bilder mehr einsenden, weil sie meinen, ,Tommy‘ gesehen zu haben. Wir können die Suche beenden“, sagt der Storchenvorsitzende.

Laut Jess Frederiksen ist der Verlust des permanent rückkehrenden männlichen Storchs jedoch keine Katastrophe mehr für das Leben im berühmten Storchennest in Smedager. „Wir müssen sagen, es wäre miserabel gewesen, wenn es vor vier oder fünf Jahren passiert wäre, weil damals nicht so viele Störche in der Region waren. Aber jetzt wimmelt es in Dänemark von Störchen, nicht zuletzt in Sønderjylland (Südjütland). Deshalb denken wir, dass Annika wieder einen Partner finden wird. Vielleicht nicht dieses Jahr, aber nächstes Jahr, wenn sie wahrscheinlich wiederkommen wird. Das Nest ist ihre Heimat“, erklärt er.

Jess Frederiksen versteht die Begeisterung und Sorge der Menschen für die Störche in Smedager gut. „Es ist schwer, den Storch nicht zu einem Haustier zu machen. Die Menschen verbinden sich emotional mit diesem Tier, was nicht schwer zu sehen ist. Aber wenn sie den Verlauf der Natur kennen, wissen sie auch, dass Vögel einmal in Stromleitungen fliegen oder überfahren werden können“, sagt er und sagt im gleichen Atemzug: „Tommys Tod ändert nichts an Annikas Situation, die immer noch furchtbar schwierig ist.“

„Storkene.dk“ hat verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen, um „Annika und den Jungen in der aktuellen Situation zu helfen. Unter anderem wurde diskutiert, ob die Jungen zu Boden gebracht und aufgezogen werden sollen. Diese Möglichkeit ist jedoch für „Storkene.dk“ nicht relevant, da sich die Störche dann so an Menschen gewöhnen, dass sie immer nach Menschen suchen und sich im Herbst niemals in Richtung Süden begeben.

Folgen Sie über die Nestkamera weiterhin live die Aktivitäten im Storchennest von Smedager:

https://www.tvsyd.dk/tema/storkene-i-smedager

von

Günter Schwarz – 06.05.2020