(Großenbrode) – Seit 1963 verläuft der Straßen- und Schienenverkehr von und nach Fehmarn über die etwa 960 Meter lange Sundbrücke, die über den Fehmarnsund die Insel Fehmarn mit dem Festland verbindet. Die Brücke verfügt über zwei Fahrbahnen sowie über eine eingleisige Bahnstrecke.

Da die Brücke nach Einschätzung von Verkehrsplanern den Anforderungen an einen modernen Schienenverkehr nicht mehr gerecht wird, wäre ein Neubau oder eine umfassende Sanierung des „Kleiderbügels, wie die Brücke im Volksmund genannt wird, dringend erforderlich.

Nachdem sich die Bahn zunächst dafür entschieden hatte, lediglich 8 Tragseile des Bauwerks auszutauschen, kommt es jetzt zum Tausch aller 80 Tragseile der Fehmarnsundbrücke. Damit reagiere man auf den Entschluss, die Sundbrücke für Fußgänger, Radfahrer und langsame Fahrzeuge dauerhaft zu erhalten, sagte ein Bahnsprecher.

Insgesamt investieren die Bahn und das Land rund 30 Millionen Euro in die Sanierung. „Die Fehmarnsundbrücke befindet sich in einem soliden Zustand“, sagte die Projektleiterin der Bahn, Grit Kossiedowski. Jetzt werde sie für die nächsten 130 Jahre fit gemacht.

Im März hatten das Bundesverkehrsministerium, das Verkehrsministerium Schleswig-Holstein und die Bahn beschlossen, die mehr als 50 Jahre alte Brücke zu erhalten. Für den Straßen- und Schienenverkehr soll ein Absenktunnel zwischen dem Kreis Ostholstein und der Ostseeinsel Fehmarn gebaut werden.

Die Instandhaltungsarbeiten sollen bis 2024 dauern, sagte ein Bahnsprecher. Derzeit laufen Arbeiten an der Fahrbahnbegrenzung, den sogenannten Schrammborden sowie an der Unterkonstruktion zwischen Brückenbauwerk und Rampe zum Land. Allein für diese Arbeiten sind rund sechs Millionen Euro vorgesehen.

Der Fehmarnsundbrücke werde auch künftig eine wichtige Rolle auf der Nord-Süd-Verbindung zwischen København und Hamburg zukommen, sagte der Bahnsprecher. Die Sundbrücke bleibe mit ihrer herausragenden touristischen Bedeutung ein wichtiger Baustein im Querungskonzept.

von

Günter Schwarz – 10.05.2020

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