(Fanø) – Der größte Ferienhausbesitzer auf Fanø befürchtet die Absage deutscher Touristen, wenn innerhalb weniger Tage keine Entscheidung über die Grenzöffnung getroffen wird. Nicht nur die sønderjyske (südjütischen) Bürgermeister äußern den Wunsch, die dänische Grenze für deutsche Touristen zu öffnen. So auch Fanøs größte Vermietungsagentur.

Die Öffnung der dänisch-deutschen Grenze war nicht Teil der politischen Einigung der Folketingsparteien, die Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (Socialdemokraternde) am Donnerstag für die zweite Phase der Wiederöffnung Dänemarks vorgelegt hatte.

Die parlamentarischen Parteien waren sich jedoch einig, dass bis zum 1. Juni Klarheit darüber bestehen muss, was mit der verschärften Kontrolle an den dänischen Grenzen geschehen wird. Trotz der Tatsache, dass Deutschland den Dänen bereits am 15. Mai die Einreise gestattet.

Wenn es nach der Vermietungsagentur „Danibo“ auf Fanø geht, sollte es eher „heute als morgen“ sein, dass eine ähnliche Botschaft von der dänischen Regierung kommt, denn auf Fanø ist das Argument, Mitte Mai die Grenze nicht für deutsche Touristen zu öffnen oder zumindest in wenigen Tagen eine klare Antwort zu geben, schwer zu ertragen.

„Wir können nicht bis zum 1. Juni warten. Es ist nur drei Wochen vor der Hochsaison und was soll mit all den Buchungen passieren?“ fragt Hanne Thyssen.

„Die Gäste, die Vermieter und wir wissen nichts. Und das ist unanständig!“ meint Hanne Thyssen und fährt fort: „Wir brauchen Antworten darauf, ob es wirklich ein gesundheitliches Argument gibt, dass man die Grenze nicht öffnen kann. Bisher haben wir nichts diesbezügliches gesehen oder gehört. Wir haben das Gefühl, dass es in der Regierung nichts weiter als ein Bauchgefühl ist. Wir sehen doch auch, dass sie in Deutschland bekanntgeben, dass sie für eine Grenzöffnung bereit sind“, sagt sie.

Hanne Thyssen ist nicht nur Geschäftsführerin von „Danibo Fanø Sommerhusudlejning“, sondern auch Mitglied des Verwaltungsrates der „Feriehusudlejernes Brancheforening“. Sie traf sich am Samstag mit der örtlichen Abgeordneten Ulla Tørnæs (Venstre / Rechtsliberale Partei), um darüber zu sprechen, wie verzweifelt die Situation ist.

Ulla Tørnæs erinnerte Justizminister Nick Hekkerup (Socialdemokraterne) Anfang dieser Woche daran, dass das Parlament eine politische und keine gesundheitliche Entscheidung getroffen hatte, die Grenzen zu schließen. Sie sagt, dass die Tourismusbranche 107 Millionen Kronen (14,3 Mio. Euro) pro Tag verliert, weil die Deutschen die Ferienhäuser in Dänemark nicht nutzen können.

„Ich denke, es ist nichts weniger als eine Katastrophe zu bezeicnen, in der wir mit dieser Situation gelandet sind. Und ich denke, die Regierung wird bis zum 1. Juni eine Erklärung abgeben müssen. Sie versteht offensichtlich nicht, was der Tourismussektor für ganz Vestjylland (Westjütland) bedeutet. Die Unsicherheit, in der die Regierung die gesamte Branche lässt, ist obszön“, sagte sie.

Auf Fanø gibt es 3.000 Ferienhäuser, von denen 1.300 zu vermieten sind. Danibo verwaltet die 700 von ihnen – etwas mehr als die Hälfte. Neun von zehn Kunden sind Deutsche, die den größten Teil der 11.000 jährlichen Buchungen ausmachen, verlautet es von „Danibo“.

von

Günter Schwarz – 10.05.2020