(Bornholm) – Der Venstre (Rechtsliberale Partei) Folketingsabgeordnete Søren Schow von der Insel Bornholm will, dass die Grenzen wieder geöffnet werden, und wenn es nach ihm ginge, könnte es schon ab nächster Woche geschehen.

Die dänischen Grenzkontrollen und geschlossene Grenzen für Ausländer gehen weiter, hat die sozialdemokratische Regierung beschlossen. Gleichzeitig hat sie angekündigt, bis zum 1. Juni einen Termin für die Öffnung der Grenzen festzulegen. Aber das ist laut Sørens Schow, dem Vorsitzenden der Venstre Fraktion, nicht gut genug. „Ich denke, Sie können noch etwas weiter gehen und sagen, wir können sie so schnell wie möglich öffnen. Und nächste Woche wäre es für mich gut“, sagt Søren Schow.

Wenn er glaubt, dass sich die Grenzen jetzt leicht öffnen können, dann deshalb, weil Bornholm gezeigt hat, dass die Insel als Ganzes die Bedrohung durch das Coronavirus ernst genommen hat und die Macht hat, die Krise gut und wirksam zu bewältigen. „Ich denke tatsächlich, dass die etwas offenere Gesellschaft in Dänemark und auf Bornholm gut damit umgehen kann, dass wir diese Infektion haben. Tatsächlich denke ich, dass unsere Lebensmittelunternehmen, unsere Tourismusunternehmen, die Fähren, die Fluggesellschaft DAT (Danish Air Transport A/S) usw. ihren Beitrag zur Begrenzung der Infektion geleistet haben und weiter leisten werden, und das ist tatsächlich erfolgreich“, sagt Søren Schow.

Soeren Schow

Aus diesem Grund geht Søren Schow davon aus, dass die Regierung die Grenzen wird öffnen können.

Gleiches gilt für eine Reihe von Bürgermeistern – vor allem aus beliebten Tourismusgemeinden. In der heutigen Ausgabe von „Berlingske Tidende“ fordern auch sie einen Termin für die Wiedereröffnung der Grenzen.

Linda Kofoed Persson von der nationalistischen, rechtspopulistischen Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) spricht sich allerdings vehement dagegen aus. „Ich denke, wir müssen die Grenzen noch eine Weile geschlossen halten. Wir sind schließlich in einer weltweiten Pandemie“, sagte Linda Kofoed Persson gestern.

„Sie hat zwar Recht, dass wir in einer Pandemie sind, aber wir haben bewiesen, dass wir uns schützen können, und deshalb gibt es keinen Grund, die Grenzen länger geschlossen zu halten, als es gut und vernünftig ist“, sagt Søren Schow.

Auch „Destination Bornholm“ findet es unbefriedigend, auf eine Verzögerung warten zu müssen, vielleicht bis zum 1. Juni. „Im Moment sind wir in der Schwebe und wissen einfach nicht, wie wir planen sollen“, sagt Pernille Kofod Lydolph, Geschäftsführerin bei „Destination Bornholm“. Daher fordert ebenso Pernille Kofod Lydolph dringend eine klare Ankündigung eines Termins für die Wiedereröffnung der Grenzen.

„Ein Datum ist erforderlich, da die derzeitige Unsicherheit dem Umgang mit Anfragen und Buchungen sehr, sehr schwierig macht. Wir sind also eine Insel, auf der das Geschäft wirklich eingeschränkt wird“, sagt Pernille Kofod Lydolph.

von

Günter Schwarz – 10.05.2020