(Aalborg) – Cecilie Uldum ist eine der vielen Freiwilligen des Ungdommens Røde Kors (Jugendrotkreuzes), die Kindern und Jugendlichen bei den Hausaufgaben während der Koronakrise helfen.

Duut … Duut …

„Hallo!“

„Hallo! Was machst du gerade?“

Cecilie Uldum hat den Computer erneut geöffnet, um bei den Hausaufgaben zu helfen. Durch Videoanrufe unterstützt sie Kinder und Jugendliche, die Hilfe bei Schulaufgaben benötigen – oder nur mit einem Freund sprechen möchteen.

„Im Moment sitzen noch viele Schüler zu Hause herum. Sie haben nicht viel Kontakt zu ihren Lehrern und Mitschülern, und einige Schüler sind nicht einmal auf der „Aula“ – das ist die Plattform, über die die Schulen derzeit zu Hause unterrichten“, sagt Cecilie Uldum, Vorsitzende des Ungdommens Røde Kors in Aalborg.

Sie war maßgeblich daran beteiligt, Online-Hausaufgabenhilfe über das Ungdommens Røde Kors zu starten, nachdem die Schulen aufgrund der Corona-Krise geschlossen hatten.

Cecilie Uldum

„Es gibt viele Schüler, die es brauchen. Besonders in einigen sozial gefährdeten Gebieten, weil nicht alle Eltern die Fähigkeiten haben, ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen“, sagt sie.

Während das Land teilweise geschlossen wurde, haben viele freiwillige Initiativen floriert. So kann man unter anderem Maria Cramer nennen, die Hilfe bei der Kinderbetreuung anbot, Patrick Kevin Pedersen, der sich für die Risikogruppen einsetzte, und Khatereh Hanifi, der sich bei der Jobbörse der Region anmeldete und bereit war, in den Krankenhäusern zu helfen.

Beim Ungdommens Røde Kors in Aalborg können sie auch spüren, dass das Interesse an einer freiwilligen Hilfe gestiegen ist. „Es gibt viele Leute, die sich anmelden – einschließlich Leute, die sich zuvor noch nie freiwillig für irgendetwas gemeldet haben. Ich denke, das hat etwas mit der derzeitigen Krise zu tun. Es ist etwas, das jeden betrifft“, sagt Cecilie Uldum.

Eine Gruppe von Forschern am Institut für Soziologie der Universität København untersucht derzeit die freiwillige Arbeit und Unterstützung der Dänen während der Koronakrise. Die Forscher haben unter anderem lokale Facebook-Gruppen kartiert, die Hilfe während der Coronapandemie organisieren. Bisher wurden allein in Nordjylland (Nordjütland) acht lokale Gruppen registriert

„Unsere vorläufigen Zahlen zeigen eine weit verbreitete Bereitschaft, der Bevölkerung zu helfen“, sagt Jonas Toubøl vom Institut für Soziologie der Universität København in einer Pressemitteilung.

Eine Umfrage des Center for Socialt Frivilligt Arbejde (Zentrum für soziale Freiwilligenarbeit) aus dem Jahr 2019 zeigt, dass 43 Prozent der 16- bis 29-Jährigen Freiwillige sind. Daher sind junge Menschen die Altersgruppe, in der die meisten Freiwilligen sind.

Beim Ungdommens Røde Kors in Aalborg begrüßt die Vorsitzende die Tatsache, dass noch mehr Menschen die Freiwilligenarbeit zu übernehmen scheinen. „Es freut mich sehr, denn wenn sie einmal Freiwillige waren, möchten sie wieder Freiwillige werden. Man findet plötzlich heraus, was es bedeutet, für andere da zu sein“, sagt Cecilie Uldum.

Obwohl es viel Negatives über das Coronavirus zu sagen gibt, glaubt sie auch, dass die Krise etwas Positives gebracht hat. „Ich denke sicherlich, dass diese Krise uns einen völlig anderen Zusammenhalt geben wird. Es ist den Leuten bewusst geworden, dass wir tatsächlich füreinander da sein müssen“, sagt sie.

von

Günter Schwarz – 24.05.2020