(Augustenborg) – Derzeit kündigen zahlreiche Deutsche, die ihr Boot in Dänemark liegen haben, ihre Verträge mit den dänischen Yachthäfen, weil sie die Grenze nicht überqueren dürfen. Nur Deutsche, die ein eigenes Ferienhaus in Dänemark brsitzen, dürfen ins Land einreisen.

Seit Montag wurden die anerkannten Gründe für das Überschreiten der Grenze geringfügig erweitert. Jetzt ist es den Deutschen wieder möglich, nach Dänemark zu kommen, die ein Ferienhaus besitzen. Für die vielen hundert Deutschen jedoch, die ihr Boot in sønderjyske (südjütländische) Yachthäfen liegen haben, gibt es immer noch keinen Zugang zu ihren Booten.

„Ich schlafe nachts schlecht. Ich weiß nicht, was ich tun soll“, sagt Anders Dahl, Betriebsleiter im Augustenborg Yachthavn.

Anders Dahl gibt an, dass Deutsche und andere ausländische Kunden begonnen haben, ihre Verträge mit den Häfen zu kündigen, um ihre Segelboote von Dänemark wegzubringen. Der Verband der Marinas in Dänemark schätzt, dass es allein in Sønderjylland (Südjütland) etwa 1.000 bis 1.500 ausländische Boote gibt.

Dieses ist auch im Augustenborg Yachthavn zu spüren, wo 20 Prozent der ausländischen Gäste bereits ihren Vertrag gekündigt haben. „Sie sagen, sie haben kein Vertrauen mehr in die Zukunft“, sagt Anders Dahl.

Jedesmal, wenn ein Kunde seinen Vertrag mit dem Augustenborg Yachthavn kündigt, verliert der Hafen Einnahmen in Höhe von 60.000 Kronen (8.044 Euro). Wenn sich die Entwicklung fortsetzt, befürchtet der Hafen, dass er in eine harte Zukunft geraten wird.

„Wir schließen dieses Jahr wahrscheinlich mit einer Null oder einem kleinen Minus, und das werden wir wahrscheinlich für die nächsten drei bis fünf Jahre tun“, schätzt er. Anders Dahl hofft daher, dass die „anerkannten“ oder „würdigen Zwecke“ bald gelockert werden oder dass die Grenze bald wieder ganz geöffnet werden kann.

„Wenn sie am kommenden Dienstag, dem 2. Juni, die Grenze für alle öffnen, die ein Boot hier haben, können wir einen Teil davon noch retten. Wenn nicht, und wenn nicht am 2. Juni geöffnet wird, ist es bald vorbei“, sagt der Betriebsleiter im Augustenborg Yachthavn, Anders Dahl.

von

Günter Schwarz – 26.05.2020