(København / Stockholm) – Das Thema Abwassereinleitung in den Øresund geht weiter und die internationale Klimaikone Greta Thunberg fühlt sich jetzt aufgrund der daraus resultierenden Umweltverschmutzung brüskiert. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg kritisiert auf Facebook Dänemark dafür, dass es Abwasser in den Sund pumpt.

Dieses geschieht, nachdem das schwedische Radio eine Berechnung durchgeführt hat, aus der hervorgeht, dass København seit 2014 rund 35 Milliarden Liter Abwasser in den Sund geleitet hat. „Ja, dasselbe København, das sagt, dass es 2025 ,klimaneutral‘ sein wird!“ schreibt sie.

Die scharfe Kritik an der dänischen Entscheidung, Abwasser in den Øresund zu pumpen, begann, als sich herausstellte, dass der Versorgungsgesellschaft der Hauptstadt, „Hofor A/S“, genehmigt wurde, 290 Millionen Liter ungereinigtes Abwasser in den Sund zu pumpen.

Das Abwasser wird vorbei an der Kläranlage Lynettenin Refshaleøen geleitet, da aufgrund der Neubauarbeiten in Nordhavn in København diese Anlage keine Option ist.

Die Frage der Einleitung von 290 Millionen Litern Abwasser hat auch in Dänemark erhebliche politische Aufmerksamkeit erregt. Erstens kam die Nachricht, dass die Einleitung des Abwassers in den Sund nicht gestoppt werden konnte, später wurde die Beendigung der Abwasserentsorgung auf den Oktober verschoben.

Die Bürgermeisterin für Technologie und Umwelt in der Stadt København der rot-grünen Enhedslisten, Ninna Hedeager Olsen, sagte Anfang dieser Woche, dass die Abwasserentsorgung politisch zu wenig im Fokus stehe, und sie erklärte: „Es ist sehr klar, dass dieser Fall politische Aufmerksamkeit erhalten hat, die andere Fälle nicht hatten und haben. Es kann durchaus sein, dass wir uns dieser Art von Entsorgung gerade bewusster geworden sind.“

„So ist es oft. Das ist das Schöne an einigen Fällen, die in die Medien kommen. Wir können uns über etwas bewusst werden, das für uns gefährlich wird und das dennoch einfach passiert“, sagte sie.

Die dänische Gesellschaft für Naturschutz hat die Entsorgung der 290.000 Kubikmeter als unbekannt bezeichnet, und viele Politiker haben die Entscheidung in den letzten Tagen kritisiert. Es ist das Technologie- und Umweltmanagement, das dem Unternehmen hinter der Entsorgung, der „Hofor A/S“, die Genehmigung erteilt hat. Daher wird die Einstellung der Einleitung auf Oktober verschoben.

In der Zwischenzeit wird ein aus Fachleuten und Anwälten bestehender Ausschuss untersuchen, ob bei der Bearbeitung des Falles Fehler aufgetreten sind und ob es Alternativen zur Einleitung in den Sund gibt.

von

Günter Schwarz – 28.05.2020