Große Lichtkreise um die Sonne von der Nordsee bis nach København. Unter bestimmten Umständen gibt es einen klaren Ring um die Sonne, und dieses war am Mittwochnachmittag in weiten Teilen Dänemarks der Fall und sichtbar.

„Ich saß auf der Terrasse und genoss das schöne Wetter, als ich den Ring um die Sonne bemerkte“, schreibt Ida Festersen aus Grindsted. Da Ida Festersen das Phänomen noch nie zuvor gesehen hatte, entschied sie sich, wie viele andere auch, das Phänomen zu fotografieren und das Bild zu veröffentlichen.

Die ersten Bilder kamen Vest- und Midtjylland (West und Mitteljütland), und dann wurden die Beobachtungen auch im Osten gemacht, so dass der Ring auch auf Fyn (Fünen) und Sjælland (Seeland) zu sehen war.

Bei einigen der Betrachter kam die Frage auf, was um alles in der Welt sie am Himmel betrachteten.

Ida Festersen hat ein Bild eingesandt, da sie noch nie einen solchen Ring um die Sonne gesehen hatte. Foto: Ida Festersen

Lichthöfe bilden sich in Eiskristallen in hohen Wolkenschichten. Das Sonnenlicht wird in den Kristallen gebrochen und in einem Winkel von 22 Grad emittiert. So entsteht ein scheinbarer Ring um die Sonne.

Es gibt immer Frost hoch oben in den hohen Zirruswolken, und deshalb bestehen sie nicht aus kleinen Wassertropfen, wie Wolken weiter unten auf der Erde, sondern aus feinen Eiskristallen. Die Zirruswolken müssen dünn und fast unsichtbar sein, um die Lichthöfe zu bilden.

Den größten Teil des Frühlings hatten wir Hochdruckwetter mit relativ sehr blauem Himmel und mit guter Gelegenheit, dass sich dünne, hohe Wolken bilden konnten. Daher gab es im Frühjahr auch relativ viele Ring-Beobachtungen.

Am 14. April gipfelte es neben dem regulären 22-Grad-Ring in einer Reihe von Ring-Phänomenen. Unter anderem gab es welche, die einen scheinbaren „Heiligenschein“ bildeten sowie verschiedene andere Phänomene. Einige der Ringe strahlen weißes Licht aus, während andere wie hell beleuchtete Regenbogen aussehen.

BILD: Sonne-Ring-b – Wie sich die optischen Phänomene am 14. April 2020 am Morgenhimmel ausbreiteten. Foto: Grafiken von Jens Ringgård Christiansen

Einigen Zuschauern an diesem Tag gelang es, bis zu acht Ringtypen in nur einem Bild festzuhalten, was in Dänemark sehr selten ist. Am Mittwoch war es nur der häufigste Ringtyp, aber andererseits war er so weit verbreitet, dass er die Aufmerksamkeit über einen Großteil des Landes erlangte.

Jim Frank Mikkelsen hat einen „Heiligenschein“ hinter einer Eiche in Vejle eingefangen. Foto: Jim Frank Mikkelsen

von

Günter Schwarz – 28.05.2020