(Sassnitz) – Die sogenannte „Königslinie“ zwischen Rügen und Südschweden besteht seit 123 Jahren. Als „Königslinie“ (schwedisch „Kungslinjen”) wird die Verbindung von Sassnitz auf Rügen nach Trelleborg in Schweden bezeichnet. Sie stellte mit einer Fahrtzeit von etwa vier Stunden die kürzeste direkte Fährverbindung zwischen Deutschland und Schweden dar und war in die Europastraße 22 eingebunden.

Am 29. April 1897 wurde eine Postdampferlinie Saßnitz–Trelleborg eingerichtet. Am 1. Mai 1897 begann der planmäßige Betrieb durch die Stettiner Dampfschiffs-Gesellschaft J. F. Braeunlich . Benannt wurde die Seeverbindung nach Kaiser Wilhelm II. als König von Preußen und dem schwedischen König Gustav V..

Anfang April hatte der bisherige Betreiber der „Königslinie“, die schwedische Reederei „Stena Line“, bekanntgegeben, die Fährverbindung dauerhaft einstellen zu wollen. Bis Ende Mai hatten die 126 Beschäftigten noch Kurzarbeitergeld erhalten, Der Betriebsrat und die Stena Line verhandeln momentan über einen Sozialplan. Dabei geht es um den freiwilligen Ausstieg der Mitarbeiter gegen eine Abfindung und die Gründung einer Transfergesellschaft.

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung will jetzt die Reederei „Weiße Flotte“ mit Sitz in Stralsund bei einer möglichen Übernahme der sogenannten „Königslinie“ unterstützen. Der Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD), sagte, man werde für die Rettung des Fährbetriebs 800.000 Euro bereitstellen.

Mit der Starthilfe will die Reederei einen Katamaran aus Spanien abziehen und eine Marketing-Kampagne für beide Seiten der Ostsee erstellen. Die Fähre soll zwischen Sassnitz und Ystad pendeln und so zumindest den touristischen Reiseverkehr bedienen. Ein Frachtverkehr, wie bislang, ist nicht vorgesehen. Das Land habe der Reederei die Starthilfe angeboten und hoffe auf eine Entscheidung binnen vier Wochen.

von

Günter Schwarz – 31.05.2020