Auf die Einleitung von Abwasser ins Meer richtet sich jetzt ein großer politischer Fokus. Die moderate ökosozialistische und demokratisch-sozialistische Socialistisk Folkeparti will einen nationalen Aktionsplan, um die Umgehung von Kläranlagen bei Abwassern umgehend zu stoppen.

Es löste einen echten Shitstorm aus, als kürzlich bekannt wurde, die Stadt København und die Kommune Gentofte leiten 290 Millionen Liter ungereinigtes Abwasser direkt in den Øresund.

Spitzenpolitiker fast aller Parteien drückten ihre große Missachtung aus und die Einleitung soll unverzüglich gestoppt werden.

Mittlerweile wurde nach und nach weiter bekannt, dass regelmäßig Abwasser in die Natur im ganzen Land fließt. Dieses gilt zum Beispiel für das Wattenmeer, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Es passiert jedes Mal, wenn es stark regnet, und jetzt konzentriert es sich laut der Socialistisk Folkeparti auf viele Überläufe.

„Es war schon immer ein großes Problem, aber der Fall in København hat das Problem aktuell gemacht. Wir werden nicht akzeptieren, dass ungereinigtes Abwasser direkt in die Natur eingeleitet wird, natürlich nicht ins Wattenmeer oder anderswo im Land“, sagt die Folketingsabgeordnete Karina Lorentzen Dehnhardt (Socialistisk Folkeparti).

Laut lokalen Beobachtern ist die Verschmutzung durch die regelmäßige Einleitung von Abwasser ins Meer, in Fanøs Fall ist es die Stadt Esbjerg, der Grund dafür, warum der Verzehr der vielen Austern, die sich sonst auf der Insel Fanø verzerrt werden, seit geraumer Zeit untersagt ist.

Die Komunen, denen die Abwasserunternehmen gehören, erklären eindeutig, dass sie mit großen Wassermengen zu tun haben, und es braucht Zeit und Geld, das ganze Wasser über Kläranlagen zu leiten. Daher glaubt die Socialistisk Folkeparti auch nicht, dass die Kommunen mit der Herausforderung allein bleiben müssen. „Es ist eine öffentliche Aufgabe, es abzustellen, und deshalb müssen wir eine nationale Lösung für ungereinigtes Abwasser finden. Es wird sehr teuer, dafür zu sorgen, aber daran führt kein Weg vorbei, denn es fällt immer mehr Regenwasser, oft mit Wolkenbrüchen“, sagt Karina Lorentzen Dehnhardt.

Auch Danmarks Naturfredningsforening (Dänischer Naturschutzverband) hofft auch auf weitere Maßnahmen. „Wir müssen das Wattenmeer schützen, das das Kronjuwel unserer Meeresgebiete ist“, sagt Henning Mørk Jørgensen, Meeresbiologe und umweltpolitischer Berater bei Danmarks Naturfredningsforening. „Es verursacht sehr unhygienische Bedingungen, wenn Abwasser ins Meer fließt, und es ist auch nicht gut für die Kommunen während der Badesaison. Es besteht daher ein großer Bedarf an getrennten Abwasserkanälen, um Abwasser und Regenwasser zu trennen. Insgesamt sehen wir aber, dass die Kommunen in Zukunft nach Abwasserlösungen suchen“, sagt er.

von

Günter Schwarz – 02.06.2020