(Kiel) – In einem komplexen Verfahren hat die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Kiel in Kooperation mit der Steuerfahndung des Finanzamts für zentrale Prüfungsdienste Kiel wegen Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und Steuerhinterziehung einen finanziellen Schaden von umgerechnet 800.000 Euro festgestellt.

Die langwierigen Ermittlungen ergaben, dass der 49-jährige Mann, der im Bereich der Eisenflechterei tätig war, fünf osteuropäische Staatsangehörige unter dem Deckmantel der Scheinselbstständigkeit als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) bei der Gewerbemeldestelle angemeldet hatte. Tatsächlich führte der Mann den Betrieb dieser Firma allein. Die fünf „Scheinselbstständigen“ waren seine Arbeitnehmer.

In dem Verfahren vor dem Landgericht Kiel wurde er in Abwesenheit zu drei Jahren und 10 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Während des Prozesses flüchtete der Verurteilte in die Türkei.

Eine gegen das Urteil eingereichte Revision wurde als unbegründet verworfen.

Auf Grund des Vollstreckungshaftbefehls werden zielgerichtete Maßnahmen bis zur Festnahme ergriffen.

„Illegal ist unsozial“ so der Leiter des Hauptzollamts Kiel, Robert Dütsch. Wir werden weiterhin sämtliche illegale Aktivitäten in allen von Schwarzarbeit bedrohten Bereichen verfolgen, führte Dütsch weiter aus.

Quelle: Pressemitteilung des Hauptzollamts Kiel vom 05.06.2020 um 14:44 Uhr

überarbeitet und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 05.06.2020

Foto: Hauptzollamt Kiel