(Læsø) – Die Insel Læsø im nördlichen Kattegat ist derzeit stark davon betroffen, dass die Schweden nicht nach Dänemark reisen dürfen. Außerdem müssen Segler aus Deutschland, Norwegen und Island sechs Buchungstage vorweisen können, wenn ab Montag, dem 15. Juni, eine Einreise nach Dänemark wieder möglich ist.

Die Touristenleiterin von Læsø, Gitte Melchiorsen, muss vergeblich nach den schwedischen Seglern Ausschau halten. Denn wegen des Risikos einer Coronainfektion dürfen sie derzeit nicht nach Dänemark reisen.

„Während der Himmelfahrt Christi gibt es im Hafen von Østerby normalerweise etwa 300 schwedische Freizeitsegler – dieses Jahr befanden sich insgesamt vier Boote im Hafen“, sagt Gitte Melchiorsen.

Sie hofft, dass Statsministerin Mette Frederiksen (Socialdemokraterne), wenn sie über eine regionale Öffnung gegen Schweden spricht, dieses nicht nur für die Region von København gilt.

„Hierher auf Læsø kommen normalerweise viele schwedische Touristen, und es wird uns unglaublich viel bedeuten, wenn wir für die Schweden öffnen können“, sagt Gitte Melchiorsen.

Sie erklärt, dass es 2019 in beiden Häfen auf Læsø 15.385 Hafenlieger gab. Davon waren 7.538 Schweden – und 6.608 übernachteten im Hafen von Østerby. Da durchschnittlich drei Personen pro Boot berechnet werden, waren es insgesamt 22.614 schwedische Touristen, die letztes Jahr nach Læsø gesegelt sind.

Neben den vermissten Schweden steht Gitte Melchiorsen vor einer weiteren touristischen Herausforderung. Für Segler aus Deutschland, Norwegen und Island müssen mindestens sechs Tage Übernachtungen hintereinander gebucht werden, damit sie anlegen dürfen, wenn die Grenze ab dem 15. Juni eröffnet wird.

„Diese Regel möchte ich gestrichen haben. Ich denke, sie segeln wegen Wind und Wetter, und dann sind solche Regeln schwierig und nur hinderlich einzuhalten“, sagt Gitte Melchiorsen.

Und diese Regel will auch die konservative Abgeordnete Birgitte Bergmann, die unter anderem Tourismussorecherin der Partei ist, gestrichen wissen. „Es macht keinen Sinn, eine Sechs-Tage-Regel zu haben. Jetzt haben wir uns für norwegische und deutsche Touristen geöffnet, die ins Land kommen können, und sie sollten auch in der Lage sein, zur See zu fahren. Und hier haben wir unsere Richtlinien zum Verhalten im Hafen in Bezug auf den Mund-Nasen-Schutz, Abstandsregeln usw.. Gleiches gilt für die anderen dänischen Häfen. Als Segler können Sie nicht sechs Tage im selben Hafen liegen, bevor Sie weiterfahren können, so dass sie nirgendwo richtig hinkommen. Und dann kann man keine Vorbehalte gegen Wind und Wetter machen. Das geht einfach nicht“, sagt Birgitte Bergmann.

Die konservative Abgeordnete Birgitte Bergmann möchte, dass die Sechs-Tage-Regel bei der Buchung von Übernachtungen gestrichen wird.

Sie glaubt, dass Dänemark bereits von den Tourismuseinnahmen betroffen ist. Sie müssen also alles tun, um Touristen auf gesundheitsbewusste Weise ins Land zu bringen. „Nur Yachten sind ein guter Anfang. Die Yachtsegler erwirtschaften einen Umsatz von rd. Eine halbe Milliarde Kronen (67 Mio. Euro) pro Jahr, die an die lokale Geschäftswelt in den kleinen Häfen entlang unserer Küsten geht – vom Einkaufen in Geschäften über Besuche von Sehenswürdigkeiten, Restaurants bis hin zum Liegegeld im Hafen, das für die Instandhaltung unserer kleinen Yachthäfen benötigt wird. Es geht eine Menge Geld verloren, besonders wenn es keinen Grund dafür gibt. Denn die Segler, die jeden Sommer nach Dänemark kommen, steigen in ihr eigenes Boot. Sie schlafen im Boot, essen im Boot und haben normalerweise eine eigene Toilette und ein eigenes Bad im Boot. Mit anderen Worten, das Infektionsrisiko ist unglaublich gering“, sagt Birgitte Bergmann.

Sie möchte, dass die Sechs-Tage-Regel so schnell wie möglich abgeschafft wird, und sprach am Mittwochnachmittag Justizminister Morten Bødskov in der Angelegenheit an.

von

Günter Schwarz – 11.06.2020

Fotos: Læsø Havn