(Pebersmark) – Der Alltag kehrt in Teile des Grenzlandes zurück, wenn mehr Grenzübergänge geöffnet werden. Dennis Heyne wohnt nur einen Steinwurf von der Grenze in Pebersmark entfernt und kann sich ab morgen von der langen Fahrt zur Arbeit in Flensburg verabschieden.

Als die Grenzen zwischen Deutschland und Dänemark im März aufgrund der Coronasituation geschlossen wurden, waren viele Bewohner des Grenzlandes sofort direkt davon betroffen. Tägliche Gewohnheitenen, Einkaufstouren oder Besuche von Bekannten und Verwandten über die Grenze hinweg wurden plötzlich verhindert, und die meisten der 13 Grenzübergänge wurden vollständig geschlossen. Schilder, Barrieren und Betonblöcke versperrten den Durchgang ins Nachbarland.

Während viele im ganzen Land von der Grenzschließung nicht betroffen waren, wurde das tägliche Leben mehrerer kleiner Grenzgemeinden erheblich erschwert.

Gleiches gilt für den Deutschen Dennis Heyne, der in Flensburg arbeitet. Er lebt in Dänemark am Pebermarksvej, wo es einen Grenzübergang gibt. Von der Einfahrt seines Grundstücks muss er 80 Meter laufen, dann steht er in Deutschland. Da die Grenzen geschlossen wurden, war es jedoch nicht möglich, den Grenzübergang auf dem Pebersmarkvej mit dem Auto zu passieren, da die Straße blockiert war.

„Es war ziemlich schwer für mich, zur Arbeit zu kommen. Um nach Flensburg zu kommen, fuhr ich sonst über die Grenzstraße entlang der Grenze bis zur Arbeitsstelle. Aber während der Schließung musste ich entweder über Kruså oder Tønder fahren“, sagt Dennis Heyne.

In den vergangenen Monaten war der Grenzübergang Pebersmark geschlossen

Die längeren Umwege, Verspätungen und Grenzkontrollen haben dazu geführt, dass die Fahrzeit von und zur Arbeit eine Stunde länger gedauert hat, als wenn er die Grenze direkt bei sich zu Hause überqueren kann.

„Ich arbeite in Teams auh in der Nacht mit schwierigen Jugendlichen und habe oft sehr schwierige Nächte. Es war wirklich mühsam für mich. Es fällt mir schwer, nach Hause zu kommen und mit all den Verzögerungen zu schlafen, die aufgetreten sind. Und es hätte nicht lange so weitergehen dürfen“, sagt Dennis Heyne.

Der Pebersmarkvej wird zum fünften Grenzübergang. Wenn Dennis Heyne am Montagmorgen in sein Auto steigt, um zur Arbeit zu fahren, kann er wieder die Straße hinunterfahren und die Grenze am Pebermarksvej überqueren. Montagmorgen um 07:00 Uhr öffnet der Grenzübergang in Pebermarks wieder.

Dieses bedeutet, dass es an der dänisch-deutschen Grenze dann insgesamt fünf offene Grenzübergänge gibt, wenn Dänemark am Montag ab Mitternacht für deutsche Touristen geöffnet wird. Mit einem weiteren offenen Grenzübergang hofft die Polizei, den Druck von den anderen Grenzübergängen etwas abzubauen, damit der Verkehr flexibler und effizienter geführt werden kann. Dieses wird von der Syd- og Sønderjyllands Politi (Süd- und Südjütland Polizei) in einer Pressemitteilung angegeben.

Dennis Heyne schaut zur Grenze – und freut sich über eine kürzere Fahrzeit von und zur Arbeit.

Auf diese Weise wird Dennis Heyne und seine Familie an der Grenze ein wenig mehr vom Alltag, haben, wenn der Grenzübergang in der Nähe Ihres Hauses geöffnet wird. „Ich bin sehr glücklich darüber. Es bedeutet mir sehr viel, weil ich direkt an der Grenze lebe und keinen so großen Umweg machen muss. Ich kann eine Stunde pro Tag bei der Fahrt einsparen“, erklärt Dennis Heyne.

Die Grenze wurde seit dem 14. März für alle, die keinen guten Grund bzw, keinen „würdigen Zweck“ hatten, teilweise geschlossen. In dem Zeitraum waren nur die drei Grenzübergänge Kruså, Frøslev und Sæd geöffnet.

von

Günter Schwarz – 14.06.2020

Fotos: TV SYD