Die Regierung wird nun 120 ausgewählte Betriebe in ganz Dänemark testen, um festzustellen, ob eine Infektion unter Nerzen ein weit verbreitetes Problem darstellt. Eine Coronavirus-Infektion wurde in einer weiteren Nerzfarm außerhalb von Frederikshavn in Nordjylland (Nordjütland) festgestellt. Dieses geht aus einer Pressemitteilung des Miljø- og Fødevareministeriet (Ministeriums für Umwelt und Ernährung) hervor.

Beamte der Fødevarestyrelsen (Veterinär- und Lebensmittelbehörde) haben am Donnerstag Proben von 46 Nerzen in einer nordjysk (nordjütländischen) Nerzfarm entnommen. So wurden nun zwei Nerzinfektionen festgestellt, wie Untersuchungen des Statens Serum Institut zeigen.

„Da nur wenige der getesteten Tiere in der Nerzfarm Covid-19 haben, wird die Fødevarestyrelsen am Montag weitere Tests durchführen. Dieses geschieht, um eine bessere Grundlage für die Entscheidung zu erhalten, was mit den Tieren geschehen soll“, heißt es in der Pressemitteilung.

„In weniger als einer Woche wurden auf zwei dänischen Farmen in Nordjylland Coronavirus-Infektionen bei Nerzen festgestellt, und die Regierung wird nun 120 ausgewählte Farmen in ganz Dänemark testen“, sagte Fødevareminister (Lebensmittelminister) Mogens Jensen (Socialdemokraterne) in der Pressemitteilung.

Es wird durchgeführt, um zu untersuchen, ob die Fälle isoliert sind oder ob es eine weiter verbreitete Infektion in den Nerzbeständen gibt.

Vom Sundheds- og Ældreminister (Minister für Gesundheit und älteren Menschen) Magnus Heunicke (Socialdemokraterne) heißt es, dass das Statens Serum Institut und die Fødevarestyrelsen unter hohem Druck arbeiten, um mehr darüber zu erfahren, wie sich die Infektionsketten in der Region bewegen.

„Wir sind bereit für weitere Maßnahmen. Derzeit ist noch unklar, ob die Nerze die Menschen infiziert haben oder umgekehrt“, sagte Magnus Heunicke.

Das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft berichtet, dass auf der Farm Proben entnommen wurden, weil die dänische Arzneimittelbehörde berichtete, dass bei einer Person in der Familie, die die Farm betreibt, eine Infektion mit Covid-19 aufgetreten ist.

Es stellte sich dabei heraus, dass der Familienhund auch mit dem Coronavirus infiziert ist – es wurden bereits einige Haustiere mit Covid-19 weltweit gefunden, aber dieses ist das erste Mal, dass es in Dänemark geschieht, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Fødevarestyrelsen berichtete am Mittwoch, dass auf einer Nerzfarm in Hjørring eine Infektion bei Tieren und Mitarbeitern aufgetreten sei. In der Folge stellte sich heraus, dass eine Person von der Nerzfarm eine Zeit im Pflegeheim Vendelbocentret in Hjørring vderbracht hatte, wo 13 Einwohner und 32 Angestellte als infiziert befunden wurden.

Am Freitag konnte das Statens Serum Institut mit einer neuen Methode auch den Schluss ziehen, dass die gleiche Virusvariante bei Infektionsfällen in einem Pflegeheim in Hjørring und bei Infektionen in der Nerzfarm, in der die Infektion erstmals festgestellt wurde, festgestellt wurde. Ob es einen Zusammenhang zwischen der neuen Nerzfarm mit etablierter Infektion und der anderen Infektion in der Region gibt, ist noch unbekannt.

In den Niederlanden wurden seit Ende Mai alle rund 140 Nerzfarmen im Land getestet, und die Infektion wurde in mindestens zehn verschiedenen Farmen festgestellt.

Anfang Juni schien es, dass zwei Personen mit Coronavirus infiziert waren, nachdem sie in engem Kontakt mit Nerzen standen. Anschließend beschlossen die niederländischen Behörden, 10.000 Nerze zu töten, um die Ausbreitung einer Coronavirus-Infektion zu verhindern.

In Dänemark gibt es ungefähr 1.400 Nerzzüchter, die es privat oder professionell auf Farmen betreiben, und von dänischen Nerzzüchtern heißt es in einer Pressemitteilung am Samstag, dass sie seit dem Ausbruch der Coronainfektion auf Nerzfarmen im April im Dialog mit den Fødevarestyrelsen stehen.

In einer Pressemitteilung vom 20. Mai heißt es außerdem, dass alle praktizierenden Tierärzte vor einigen Wochen über die dänische Fødevarestyrelsen „über die niederländischen Fälle informiert“ wurden.

von

Günter Schwarz – 21.06.2020

Fotos: Archivbild